Schwere Rezession in Euro-Zone befürchtet:
Auftragslage verschlechtert sich drastisch

Einkaufsmanagerindex fiel von 45,0 auf 41,3 Punkte Auch bei Dienstleistern trübte sich Geschäftsklima

Schwere Rezession in Euro-Zone befürchtet:
Auftragslage verschlechtert sich drastisch © Bild: AP/Probst

Die Wirtschaft des Euro-Raums steht erstmals in ihrer Geschichte vor einer schweren Rezession. Die Stimmung in der Industrie fiel im Oktober auf ein historisches Tief. Die Aufträge schrumpften wegen der Finanzkrise und des weltweiten Abschwungs mit Rekordtempo. "Uns droht mehr als nur eine leichte Rezession", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson einer Umfrage seines Forschungsinstituts.

Der Einkaufsmanagerindex fiel unerwartet deutlich von 45,0 auf 41,3 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit Umfragebeginn 1997. Experten rechnen jetzt mit weiteren Zinssenkungen der EZB, die den Abschwung dämpfen könnten.

Schlechte Aussichten für Dienstleister
Auch bei den Dienstleistern trübte sich das Geschäftsklima ein. Hier sank der Index von 48,4 auf 46,9 Zähler. Das ist der schlechteste Wert seit sieben Jahren. Erst ab 50 Punkten signalisiert der an den Märkten stark beachtete Index ein Wachstum. Die 2.000 befragten Dienstleister blickten so skeptisch in die Zukunft wie noch nie.

Abwärtstrend auch in Deutschland
Im Abwärtstrend befindet sich mit Deutschland auch die größte Volkswirtschaft Europas. Die Industrie trat hier so stark auf die Bremse wie seit 2001 nicht mehr, während zugleich die Aufträge wegbrachen. Vor allem die Autoindustrie verzeichne eine Nachfrageschwäche, schrieben die Marktforscher zu ihrer Umfrage unter 1.000 deutschen Unternehmen. Dagegen schrumpfte der Dienstleistungssektor nur minimal.

Im Euro-Raum drosselten die Industriebetriebe ihre Produktion so stark und klagten über ein so großes Auftragsminus wie noch nie. Sie spüren zunehmend die Abkühlung der Weltkonjunktur, was die Exportaufträge mit Rekordtempo schrumpfen ließ. Die Unternehmen bauten deshalb Personal ab. Das Beschäftigungsbarometer fiel auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2002. (apa/red)