Schwere Kämpfe und Brände in Mogadischu:
Sohn von mächtigem Clan-Führer getötet

"Human Rights Watch": "Zügelose Kriegsverbrechen"

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist es wieder zu heftigen Gefechten zwischen äthiopischen Interventionstruppen und islamistischen Kämpfern gekommen. Die Kampfhandlungen konzentrierten sich nach Augenzeugenberichten auf das Gebiet nahe des Bakara-Marktes, des größten Marktes im Süden der Stadt, und lösten einen verheerenden Brand aus. Ein Sprecher der unter äthiopischem Schutz stehenden Regierung sprach von 13 getöteten Aufständischen, während die radikale Islamistengruppe "Shahab" erklärte, sie habe zwei "Märtyrer" zu beklagen, aber fünf äthiopische und zwölf somalische Soldaten getötet.

Unbekannte erschossen in Mogadischu den Sohn eines Führers des mächtigen Hawiye-Clans, dem die meisten Islamistenführer angehören, während der von Äthiopien unterstützte Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed Mitglied des Darod-Clans ist. Das Opfer, Abdi Dhof Ahmed, wurde im Süden der Stadt in den Rücken geschossen und war auf der Stelle tot.

Im September war in Asmara in Eritrea eine antiäthiopische "Allianz für die Wiederbefreiung Somalias" gebildet worden. Die Milizen des sogenannten Rates der Islamischen Gerichte hatten Mogadischu beim Herannahen der äthiopischen Panzer im Dezember 2006 aufgegeben. In der Hauptstadt war es zu heftigen antiäthiopischen Demonstrationen und zu zahlreichen Anschlägen gekommen. Die Islamisten, die Waffenhilfe aus Saudi-Arabien, Jemen und Eritrea erhalten, hatten Mogadischu und große Teile Somalias ein halbes Jahr lang beherrscht, nachdem es ihnen gelungen war, die von den USA unterstützte Warlord-Allianz zu schlagen, deren Führer nunmehr in der Übergangsregierung sitzen. Die Warlords hatten nach dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie in dem ostafrikanischen Land verbreitet.

Saudi-Arabien hatte Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed aufgefordert, sich an seine Zusage zu halten, die äthiopischen Soldaten durch arabische und afrikanische Truppen unter dem Dach der Vereinten Nationen zu ersetzen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Konfliktparteien "zügellose Kriegsverbrechen" vorgeworfen. Die äthiopischen Truppen und ihre somalischen Verbündeten seien ebenso wie die islamistischen Kräfte verantwortlich für "massives Leiden der Zivilbevölkerung". Zu den Kriegsverbrechen beider Seiten zählten Angriffe auf Wohnviertel mit Raketen und Mörsergranaten. Den äthiopischen Truppen warf HRW vor, Krankenhäuser geplündert und Zivilisten absichtlich getötet zu haben.