Schwere Kämpfe in Afghanistan: NATO-Truppen töteten rund 150 Aufständische

Weitere Kämpfe mit Taliban im Süden des Landes

Schwere Kämpfe in Afghanistan: NATO-Truppen töteten rund 150 Aufständische

Bei den schwersten Kämpfen in Afghanistan seit vier Monaten sind nach Angaben der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF bis zu 150 Rebellen getötet worden. Die ISAF teilte in Kabul mit, zu den Gefechten sei es in der vorangegangenen Nacht an der pakistanischen Grenze in der Ostprovinz Paktika gekommen. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul, Zahir Asimi, sagte dagegen, rund 80 Rebellen seien bei der Operation getötet worden. In Paktika operieren vor allem amerikanische ISAF-Truppen. In der südlichen Provinz Helmand wurden nach afghanischen Angaben neun Taliban-Kämpfer getötet.

Die 2001 durch die US-geführte Militärinvasion entmachteten islamistischen Taliban haben ihre Angriffe in den vergangenen Monaten massiv verstärkt und zum "Heiligen Krieg" gegen die mehr als 30.000 ausländischen Soldaten im Land und gegen die pro-westliche Kabuler Regierung des Präsidenten Hamid Karzai aufgerufen. Die NATO diskutiert deshalb über eine Verstärkung ihrer Mission.

Die ISAF teilte mit, in Paktika seien zwei Rebellengruppen dabei beobachtet worden, wie sie von Pakistan aus nach Afghanistan eingedrungen seien. Im Grenzdistrikt Bermel hätten ISAF- und afghanische Truppen die Aufständischen am Boden und aus der Luft angegriffen. Das pakistanische Militär sei über die Operation auf dem Laufenden gehalten worden. Der ISAF-Regionalkommandant für Ostafghanistan, US-Generalmajor Benjamin Freakley, sagte: "Der Feind kann sich vor afghanischen und ISAF-Truppen nicht verstecken." Asimi sagte, die Aufständischen seien in mehreren Lastwagen über die Grenze gefahren. Die Kämpfe hätten nur rund einen Kilometer entfernt von einem pakistanischen Armeeposten stattgefunden.

Kabul hat Islamabad wiederholt vorgeworfen, dass Rebellen von Pakistan aus Ziele in Afghanistan angreifen. Pakistan hatte daraufhin Ende vergangenen Jahres angekündigt, Teile der 2500 Kilometer langen Grenze zu verminen und einen Zaun zu ziehen. Nach heftiger afghanischer und internationaler Kritik will Islamabad die Maßnahmen überdenken. Tausende paschtunische Stammesangehörige protestierten auf der afghanischen Seite der Grenze gegen strengere Kontrollen. Paschtunen leben auf beiden Seiten der Grenze. (apa/red)