Schwere Flugzeugkatastrophe in Thailand:
Verletzter Vorarlberger will bald nach Hause

31-Jähriger überlebt das Unglück mit Prellungen Zwei Flugdatenschreiber aus dem Wrack geborgen

Schwere Flugzeugkatastrophe in Thailand:
Verletzter Vorarlberger will bald nach Hause

Der 33-jährige Vorarlberger Marcel S., der das Flugzeugunglück in Thailand überlebt hat, befindet sich noch in Phuket in Spitalbehandlung. Körperlich gehe es ihm gut, "viel schlimmer sind die seelischen Verletzungen", sagte der 33-Jährige in einem APA-Interview. Bei der Bruchlandung auf der Ferieninsel Phuket sind 89 der 130 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Unter den Passagieren waren zahlreiche ausländische Touristen.

Unter den Toten befinden sich der 56-jährige Kapitän, ein ehemaliger Offizier der indonesischen Armee, und der Kopilot. Die Flugdatenschreiber wurden mittlerweile geborgen und sollen zur Auswertung in die USA geschickt werden. Das Unglück geschah bei extrem schlechten Wetter mit heftigem Wind und Regen. Der Pilot habe wegen schlechter Sicht durchstarten wollen, sagte der Generaldirektor der thailändischen Luftfahrtbehörde, Chaisak Angsuwan. Dabei habe das Flugzeug das Gleichgewicht verloren und sei in zwei Teile gerissen worden.

Marcel S. überstand das Flugzeugunglück, bei dem rund 90 Personen den Tod fanden, mit Prellungen am Brustkorb. Er und sein aus Deutschland stammender Begleiter wollen bis Freitag heimkehren, müssen allerdings zuerst noch mit Kleidung und Geld versorgt werden, da sie ihre Habe bei dem Unglück verloren haben. S. wird von der österreichischen Botschaft unterstützt, die ihre Sache "ausgezeichnet" mache, wie der 31-Jährige sagte.

"Wir haben uns selbst gerettet"
Nach den Worten seines Freundes waren die Passagiere unmittelbar nach der Bruchlandung völlig auf sich selbst gestellt. "Wir haben uns selbst gerettet, da war kein Personal", sagte Christoph F. aus Leipzig in einem Gespräch mit der dpa. "Zwei Reihen vor uns war ein Notausgang, da sind wir raus." Nach seinen Angaben war der Aufprall bei der Bruchlandung so heftig, dass viele Menschen offenbar sofort bewusstlos waren. "Es war alles voller Rauch, und heiß ohne Ende", sagte F. Er sei dann Minuten lang auf dem Rollfeld gestanden. Alle hätten Angst gehabt, dass jeden Moment eine weitere Maschine landen könne.

Bei der Maschine handelt es sich um eine 24 Jahre alte McDonnell Douglas MD-82 der Billigfluglinie One-Two-Go, die 2003 ihren Betrieb aufgenommen hat. Das schwerste Flugzeugunglück in Thailand seit neun Jahren löste Fragen nach der Sicherheit von Billig-Airlines aus. Finanzminister Chalangphob Sussangkarn sagte, er erwarte keinen Rückschlag für die Tourismusindustrie, man müsse die Sicherheitsstandards überprüfen.

(APA/red)