Schweizer UBS setzt Vermögen in US-Sand:
40 Mrd. Dollar Verlust bei Hypothekenkrise

Verwaltungsratspräsident stellt sich nicht Wiederwahl Aktionäre wollen eine Erhöhung des Kapitals erwirken

Schweizer UBS setzt Vermögen in US-Sand:
40 Mrd. Dollar Verlust bei Hypothekenkrise © Bild: EPA/Gillieron

Die Schweizer Großbank UBS hat im ersten Quartal 2008 einen weiteren Verlust von rund zwölf Mrd. Franken (7,62 Mrd. Euro) erlitten und braucht eine zusätzliche Kapitalspritze von 15 Mrd. Franken. Nun zieht auch Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel die Konsequenzen aus dem Debakel. Er wird von Chefjurist Peter Kurer abgelöst.

Die Aktionäre der angeschlagenen UBS wollen auf der Generalversammlung über eine ordentliche Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für Altaktionäre entscheiden. Dies geht aus der publizierten Einladung hervor. Die Abstimmung erfolgt auf Antrag der Vorsorgeeinrichtung Profond. Sie schlägt eine Erhöhung des Kapitals im Umfang von 10 Mrd. Franken vor.

Rote Zahlen bei UBS
Im vergangenen Jahr hatte UBS einen Verlust von rund 4,4 Mrd. Franken erlitten und schrieb damit zum ersten Mal in ihrer rund zehnjährigen Geschichte rote Zahlen. Seit Anfang des Jahres hat die UBS-Aktie mehr als 40 Prozent verloren.

Die Verluste und Abschreibungen auf dem US-Immobilienmarkt für die ersten drei Monate belaufen sich auf rund 19 Mrd. Dollar (12,02 Mrd. Euro). Insgesamt hat die UBS damit bei der US-Hypothekenkrise rund 40 Mrd. Dollar in den Sand gesetzt - so viel wie bisher keine andere Bank.

Die UBS, die sich mit amerikanischen Hypothekenverbriefungen verkalkuliert hat und mehr als jede andere europäische Bank abgeschrieben hat, hat sich über eine Pflichtwandelanleihe vor kurzem bereits 13 Milliarden Franken von dem Regierungsfonds GIC aus Singapur und einem mutmaßlich aus Saudi Arabien kommenden Investor beschafft. Dazu kommen noch sechs Milliarden Franken aus einer Reihe von Maßnahmen wie etwa dem Ersatz der Bar- durch eine Aktiendividende.

Kapitalerhöhung
Um die Kernkapitalquote zu stärken und das Vertrauen im Vermögensverwaltungsgeschäft nicht zu verlieren, braucht die größte Schweizer Bank erneut eine Kapitalspritze. Nach den vom Singapur-Staatsfonds GIC und einem Investor aus dem Nahen Osten Ende Februar bereitgestellten 13 Mrd. Franken sollen nun nochmals 15 Mrd. Franken hinzukommen. Die ordentliche Kapitalerhöhung durch Zuteilung von Bezugsrechten wird von einem Bankensyndikat unter Führung von JPMorgan, Morgan Stanley, BNP Paribas und Goldman Sachs fest übernommen.

Weiter gab die UBS die Bildung einer Einheit bekannt, die die derzeit illiquiden Vermögenswerte aus dem US-Immobilienmarkt betreuen soll. Konzernchef Marcel Rohner wird mit der Aussage zitiert: "Wir glauben, dass diese Kapitalerhöhung und die Bildung einer neuen Einheit zur Trennung problembehafteter Positionen vom übrigen Geschäft uns erlauben werden, zu gegebener Zeit wieder zu nachhaltiger Wertschöpfung zurückzukehren."

Entgegen den im Februar gemachten Ankündigungen nimmt Verwaltungsratspräsident Ospel nun doch den Hut. Der 58-Jährige tritt bei der Generalversammlung am 23. April nicht mehr an und soll durch den Chefjuristen Kurer abgelöst werden, der seit 2002 Mitglied der Konzernleitung ist. Der Verwaltungsrat habe vom Beschluss mit Bedauern Kenntnis genommen, heißt es in der Mitteilung.

(apa/red)