Schweizer Banken mit Milliarden-Minus:
Auch Credit Suisse schlittert in rote Zahlen

Nach UBS gerät nun nächste Großbank in Finanznöte Knapp vier Milliarden Euro Verlust im vierten Quartal

Schweizer Banken mit Milliarden-Minus:
Auch Credit Suisse schlittert in rote Zahlen © Bild: APA/EPA/Bally

Nach UBS schlittert mit Credit Suisse nun die nächste Schweizer Großbank in die Krise. Das Geldinstitut hat im vierten Quartal einen Verlust von knapp vier Mrd. Euro eingefahren und im ganzen Jahr einen Fehlbetrag von 8,2 Mrd. Franken (5,44 Mrd. Euro) ausgewiesen. Die Dividende soll auf 0,10 Franken von 2,50 Franken im Vorjahr gekürzt werden, wie Bank am Mittwoch mitteilte. In das Jahr 2009 sei die Bank gut gestartet, hieß es weiter. In allen Divisionen sei ein Gewinn erzielt worden.

Der Verlust übertrifft damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Quartalsverlust wurde auf gut vier Mrd. und der Jahresverlust auf 6,3 Mrd. Franken geschätzt. Das vierte Quartal des Jahres 2007 hatte die zweitgrößte Bank der Schweiz mit einem Gewinn von 540 Millionen Franken abgeschlossen und für das ganze Jahr 2007 war die Bank auf einen Gewinn von 7,76 Mrd. Franken gekommen.

Geldzufluss deutlich unter Erwartungen
Der Nettoneugeldzufluss im Wealth Management betrug zwei Milliarden Franken. Die Kunden hätten in ihren Portfolios Kreditpositionen im Volumen von 11,8 Mrd. Franken abgebaut. Analysten hatten mit einem Zufluss von neun Milliarden Franken gerechnet. Die illiquide Positionen in Leveraged Finance und strukturierten Produkten wurden per Ende 2008 gegenüber dem dritten Quartal 2008 um 53 Prozent abgebaut.

Das Investment Banking verbuchte im Gesamtjahr einen Verlust vor Steuern von 14,18 Mrd. Franken gegenüber einem Vorsteuergewinn von 3,65 Mrd. im Jahr 2007. Im vierten Quartal 2008 betrug der Verlust vor Steuern 7.78 Mrd. gegenüber einem Verlust vor Steuern von 849 Mio. Franken in der Vorjahresperiode. Die BIZ-Kernkapitalquote der Credit Suisse lag zum Jahresende bei 13,3 Prozent.

UBS mit schlechtestem Ergebnis
Die Schweizer Großbank UBS hat das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte präsentiert. 19,7 Mrd. Franken (13,1 Mrd. Euro) Verlust hat die einst stolze UBS 2008 eingefahren, 8,1 Mrd. Franken allein in den letzten drei Monaten des Jahres. Grund für das miserable Resultat war hauptsächlich ein katastrophales Ergebnis des Investment-Bankings. In diesem Geschäft mussten Jahr fast 33,7 Mrd. Franken abgeschrieben werden.

Doch auch die anderen Geschäftsbereiche der UBS wurden von der Finanzkrise und dem verlorenen Vertrauen in die Großbank erschüttert: Im vierten Quartal zogen die Kunden Gelder in Höhe von 85,8 Mrd. Franken ab. Für 2009 sieht Rohner allerdings bereits Licht am Ende des Tunnels.

Risiko noch reduziert
Laut Konzernchef Marcel Rohner soll die wegen der Finanzkrise angeschlagene Großbank aber bereits 2009 wieder Gewinne schreiben. Dazu soll eine neue Struktur beitragen. Dank der Auslagerung fauler und illiquider Papiere an den Fonds der Schweizerische Nationalbank (SNB) konnten die Risikopositionen markant reduziert können. Dennoch meldete UBS für das vierte Quartal einen Verlust von 3,7 Mrd. Franken aus den bei der Bank verbliebenen Risikopapieren. Ein Verkauf des US-Geschäfts steht trotz der organisatorischen Neugliederung aber nicht zur Diskussion. Die US-Vermögensverwaltung bleibe integraler Bestandteil der Konzernstrategie, sagte Rohner. Auch das Investment-Banking soll ein Kerngeschäft der UBS bleiben. (apa/red)