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Zwischenfall in AKW Gösgen

Reaktor außerplanmäßig abgeschaltet. Angeblich keine Gefahr für Umwelt.

AKW mit Wasserstoff. © Bild: Thinkstock

Im Schweizer Atomkraftwerk Gösgen ist es am Montagabend zu einer Schnellabschaltung gekommen. Dabei wurde Wasserdampf für die Umgebung deutlich hörbar abgelassen. Für die Umwelt besteht laut dem Betreiber keine Gefahr. Der abgelassene Wasserdampf sei inaktiv und ungefährlich, teilte die Betreibergesellschaft Kernkraftwerk Gösgen-Däniken in der Nacht auf Dienstag mit.

Abgesehen vom Dampf habe der Vorfall keine Auswirkungen auf die Umwelt gehabt. Die Anlage befinde sich in einem sicheren Zustand. Ursache der Störung, die um 21.15 Uhr auftrat, war ein Defekt in einer Schutzbeschaltung eines Leittechnikschrankes. Die fehlerhafte Komponente wurde inzwischen ausgewechselt.

Anlage wieder angefahren

Nach der Überprüfung der Funktionstüchtigkeit der Betriebssysteme wurde die Anlage wieder angefahren und um 4.30 Uhr mit dem Netz synchronisiert. Die Leistung werde im weiteren Verlauf kontinuierlich auf 100 Prozent gesteigert, wie der Betreiber Dienstag früh in einer zweiten Mitteilung bekannt gab. Das AKW Gösgen war vor einer Woche nach der vierwöchigen Jahresrevision erst wieder angefahren worden. Vor der Abschaltung vom Montagabend war das Kraftwerk aber bereits wieder in Betrieb.

Unterdessen gab die Schweizer Aufsichtsbehörde ENSI bekannt, dass ein Austausch des Reaktordeckels im Block 1 des AKW Beznau ohne große Probleme abgewickelt worden sei. Es sei nur eine äußerst geringe Menge an zusätzlicher Radioaktivität an die Umwelt abgegeben worden. Der Schutz von Mensch und Umwelt ist laut ENSI stets gewährleistet gewesen.

Reaktordeckel ausgetauscht

Der Austausch des 52 Tonnen schweren Reaktordeckels war quasi eine Operation am offenen Herzen. Für diese Arbeiten wurde eine temporäre Öffnung ins Containment geschnitten. Durch diese Öffnung wurde nicht nur der neue Deckel hineingebracht, sondern auch der alte Deckel hinaustransportiert.

Der bisherige Deckel wurde während des über 40-jährigen Betriebs kontaminiert und gibt Radioaktivität ab. Für den Transport und die Lagerung im AKW-eigenen Zwischenlager in einem angrenzenden Gebäude wurde der Deckel verpackt. Für die Dauer des Transports wurde der Zugang zur Beznau-Insel gesperrt.

Im AKW Mühleberg war es in der vergangenen Woche ebenfalls zu einer Schnellabschaltung gekommen. Das Wasserniveau im Reaktordruckbehälter war aufgrund einer Reglerstörung im Speisewassersystem gesunken. Der Reaktor schaltete sich daraufhin ab. Auch in Mühleberg musste eine elektrische Komponente ausgetauscht werden.

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