Schwedisches AKW undicht: Radioaktivität wurde drei Jahre lang unbemerkt freigesetzt

Strahlende Partikel gelangten an Mess-System vorbei Strahlenschutz-Experten zeigten sich sehr besorgt

Die Serie neuer Enthüllungen über Schlampereien und Sicherheitsmängel im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark reißt nicht ab. Jetzt wurde bekannt, dass aus Block eins drei Jahre lang unbemerkt Radioaktivität ausgetreten ist. Laut einem Bericht des Magazins "Ny Teknik" betrug die Höhe der in die Umwelt gelangten Strahlung zeitweise das Dreifache dessen, was im AKW automatisch gemessen wurde. Grund für das unbemerkte Strahlungsleck war laut dem Bericht ein undichter Bauteil.

Dadurch konnten radioaktive Partikel nach draußen gelangen, ohne dass sie einen mit den Strahlungsmessgeräten gekoppelten Filter passieren mussten. Ein Experte des schwedischen Strahlenschutz-Instituts SSI, Lars Moberg, sagte in einem Radio-Interview, die Angelegenheit sei "beunruhigend". Obwohl die erhöhte Strahlung nie die erlaubten Grenzwerte überschritten habe, sei das "große Problem" jenes, dass durch ein undichtes System so lange unbemerkt Radioaktivität aus dem Kraftwerk austreten konnte, ohne das dies bemerkt wurde. (apa/red)