Schweden von

Strafregister öffentlich einsehbar

Nur Namen oder Sozialverischerungsnummer nötig. Experten warnen vor Lynchjustiz.

Ein Richter lässt seinen Hammer niedersausen. © Bild: Thinkstock

Eine neue Website ermöglicht es den Schweden, das Strafregister ihrer Mitbürger abzufragen. Alles, was sie dazu brauchen, ist der Name oder die Sozialversicherungsnummer der Person. In einer anderen Option wird auf einer Karte angezeigt, wo in Schweden Verurteilte leben.

Für detaillierte Informationen über die Art des Verbrechens, die Strafe und die aktuelle Adresse der Person muss allerdings eine Gebühr bezahlt werden. Der Sprecher der Seite Lexbase.se, Pontus Ljunggren, sagte der schwedischen Zeitung "Expressen", dieser Dienst könne zum Beispiel hilfreich für Frauen sein, die einen Mann auf einem Datingportal kennengelernt hätten und unsicher seien. Noch vor einem ersten Treffen könnten sie checken, ob er wegen Vergewaltigung oder anderer Gewalttaten verurteilt worden sei.

Rechtsexperten warnen

Schwedische Rechtsexperten warnen davor, dass die Verbreitung solcher Informationen zu Lynchjustiz führen könnte. Ljunggren argumentierte: "Wir sind nicht so naiv, dass wird nicht verstehen, dass dieser Dienst umstritten ist. Wir glauben jedoch, dass er mehr nützen als schaden wird."

Nach dem sogenannten Öffentlichkeitsprinzip hat in Schweden jeder das Recht, öffentliche Dokumente und auch Gerichtsentscheidungen einzusehen.

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