Schweden ist neuer Eishockey-Weltmeister:
Skandinavier schießen Tschechen 4:0 vom Eis

Historisch: Nach Triumph bei Olympia auch WM-Sieg PLUS: Alle Ergebnisse und Tabellen des Turniers

Schweden ist neuer Eishockey-Weltmeister:
Skandinavier schießen Tschechen 4:0 vom Eis

Mit einem historischen Double hat Schweden Eishockey-Geschichte geschrieben: Als erster Olympiasieger holten sich die Skandinavier am Sonntag in Riga dank eines 4:0 (2:0,2:0,0:0)-Sieges über Titelverteidiger Tschechien im gleichen Jahr wie den Titel im Zeichen der fünf Ringe auch die Weltmeisterschaft. Für Schweden war es der achte WM-Triumph und der erste nach einer achtjährigen Durststrecke.

Die entthronten Tschechen, die ein Jahr nach dem Titelgewinn in Wien ihr erstes WM-Finale überhaupt verloren, verpassten hingegen den sechsten Erfolg seit der Trennung von der Slowakei. Dritter wurde der Olympia-Zweite Finnland nach einem unerwartet klaren 5:0 (1:0,2:0,2:0) im "kleinen Finale" gegen Rekord-Champion Kanada. Beide Finalspiele waren sehr einseitig verlaufen.

   Vor drei Monaten hatten die Schweden mit 3:2 über ihre finnischen Nachbarn Gold in Turin geholt. In Riga leiteten Jesper Mattsson (15.) und Fredrik Emvall (16.) mit einem Doppelschlag den viel leichteren Erfolg gegen die neu formierten Tschechen ein. Niklas Kronwall (25.) und Jörgen Jönsson (38.) schossen die weiteren Tore.

In einem unspektakulären und frühzeitig spannungslosen Endspiel geriet der mit zwölf WM-Neulingen angetretene Titelverteidiger unglücklich in Rückstand. Nach einem Press-Schlag von Mattsson und Milan Richter segelte der Puck in hohem Bogen gemächlich ins Tor. Keeper Milan Hnilicka hatte die Scheibe aus den Augen verloren. Nur 37 Sekunden später lag sie schon wieder in seinem Netz, als Emvall einen Schuss von Mattsson unhaltbar abfälschte.

   Davon erholten sich die Tschechen nicht mehr, nachdem sie im Viertelfinale gegen Russland und im Halbfinale gegen Finnland jeweils Rückstände aufgeholt hatten. Die kompakten und auch spielerisch überlegenen Schweden konnten danach ihre abwartende Taktik spielen. Ohne ihre Stars wie den zurückgetretenen Jaromir Jagr fehlte den in Riga defensiver agierenden Tschechen der nötige Esprit in der Offensive. Bei den Schweden waren es exakt acht Spieler sowie Trainer Bengt-Ake Gustafsson, der ehemalige Feldkirch-Star, die das historische Double schafften.

Viel giftiger war es im Spiel um Platz drei zugegangen. Für Finnland trafen gegen Kanada Tomi Kallio (5.), Olli Jokinen (26.), Riku Hahl (37.), Antti Miettinen (43.) und Jussi Jokinen (54.). Mit ihren Toren sorgte das "Suomi"-Team für seinen ersten WM-Podiumsplatz seit Rang zwei im Jahr 2001.

Kanadas Jungstar Sidney Crosby wurde mit acht Treffern bester Torjäger und mit 16 Punkten auch WM-Topscorer, er wurde von den Journalisten auch ins Allstar-Team gewählt. Dazu gehören zudem Goalie Andrej Mesin (BLR), Petteri Nummelin (FIN), David Vyborny (CZE) und Alexander Owetschkin (RUS). Zum wertvollsten Spieler und Verteidiger wurde vom Weltverband IIHF Kronwall ernannt. Bester Torwart wurde sein Teamkollege Johan Holmqvist.

Neue Eishockey-Weltrangliste nach dem WM-Finale:

1. (bisher 1.) Schweden 4.095 Punkte
2. (2.) Tschechien 3.985
3. (3.) Kanada 3.890
4. (4.) Finnland 3.830
5. (6.) Russland 3.725
6. (5.) Slowakei 3.685
7. (7.) USA 3.580
8. (8.) Schweiz 3.500
9. (9.) Lettland 3.310
10. (13.) Weißrussland 3.230
11. (11.) Kasachstan 3.115
12. (10.) Deutschland 3.110
13. (14.) Ukraine 3.005
14. (15.) Dänemark 3.005
15. (18.) Norwegen 2.935
16. (12.) Österreich 2.930
17. (17.) Italien 2.915
18. (16.) Slowenien 2.870

Voraussichtliche Gruppen-Einteilung WM 2007 in Moskau und St. Petersburg:
Gruppe A: Schweden, Schweiz, Lettland, Italien
Gruppe B: Tschechien, USA, Weißrussland, Österreich
Gruppe C: Kanada, Slowakei, Deutschland, Norwegen
Gruppe D: Finnland, Russland, Ukraine, Dänemark

(apa/red)