EM 2016 von

Schweden betet vor "Finale" gegen Belgien für Tore

Ibrahimovic sucht das Tor © Bild: APA (AFP)

Während "Geheimfavorit" Belgien am Mittwoch in Nizza (21.00 Uhr) schon ein Remis für das Achtelfinale der Fußball-EM genügt, um die erste EM-K.o.-Runde seit 1980 zu erreichen, ist Schweden zum Siegen verdammt. Bei den im Angriff beängstigend harmlosen Skandinaviern hängt einmal mehr alles am exzentrischen Kapitän Zlatan Ibrahimovic.

Ibrahimovic spielte bisher die EM quasi inkognito. In einer Mannschaft der Mittelmäßigen sah sich der 34-Jährige in den Partien gegen Irland (1:1) und Italien (0:1) immer wieder zum Aushelfen und Ballschleppen im Mittelfeld genötigt. Seine Abschlussstärke konnte der Mann aus Malmö nie zeigen. Schweden blieb in den ersten 180 Turnierminuten sogar ohne Torschuss - seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen bei der EM 1980 hatte zuvor keine Mannschaft so etwas in den ersten 180 Turnierminuten "geschafft".

So droht nach nur einem mageren Punkt wie schon zuletzt 2008 und 2012 das Aus in der Gruppenphase. "Wir haben noch dieses eine Spiel und wenn wir es gewinnen, können wir noch weiterkommen", betonte Ibrahimovic trotzig. Wie auch immer. "Es wird Zeit, dass du endlich sichtbar wirst, Zlatan!", forderte die Stockholmer Zeitung "Svenska Dagbladet" vor dem Endspiel der Schweden. Verteidiger Martin Olsson will bei "Lautsprecher" Ibrahimovic jedenfalls keinen mentalen Knacks ausgemacht haben: "Er hatte bisher einfach kein Glück. Er lässt sich davon aber nicht verrückt machen, sondern ist gelassen - wie immer."

Während bei Österreichs Qualifikationsgegner alles auf einen Mann schaut, haben die Belgier in Kevin De Bruyne, Eden Hazard oder Romelu Lukaku gleich mehrere spielbestimmende Akteure in ihren Reihen. Coach Marc Wilmots ist aber nach wie vor auf der Suche nach einer klaren Erfolgslinie. Dem Auftakt-0:2 gegen Italien, für das man viel Kritik einstecken musste, folgte ein deutliches 3:0 über Irland. Für Hazard kein Problem. "Ich war auch gegen Italien mit meinem Spiel zufrieden", sagte der Chelsea-Legionär selbstbewusst. Und er war sicher: "Wir wachsen während des Turniers."

Der an scharfe Kritik gewohnte Wilmots drückte auf die Euphorie-Bremse. "Wir haben durch den Sieg gegen Irland noch nichts erreicht und sind noch nicht qualifiziert. Gegen Schweden wartet ein Finale auf uns, bei dem alles passieren kann", warnte Wilmots, der keine Rechenspiele anstellen wollte. "Auf ein Unentschieden zu spielen, ist viel zu gefährlich." Bei einem Sieg oder einem Remis würden die "Roten Teufel" als Zweiter von Pool E auf den Gewinner der Österreich-Gruppe treffen.