Schweden von

Aufregung um Kunstaktion

Performance gegen Beschneidung folgt Bombendrohnung und Rücktrittsforderung

Eine Kunstaktion gegen die Beschneidung von Frauen erregt in Schweden die Gemüter. Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth hatte im Rahmen des World Art Day im Stockholmer Moderna Museet einen Kuchen angeschnitten, der eine nackte schwarze Frau darstellte. Der Verband der Afroschweden bezeichnete die Installation als rassistisch und forderte den Rücktritt der Ministerin.

Die Ministerin war nach ihren Begrüßungsworten spontan aufgefordert worden, den Kuchen anzuschneiden. Der "Kopf" des Kuchens, klischeehaft mit dicken roten Lippen bemalt, gehörte dem Künstler, der unter dem Tisch versteckt war und bei jedem Schnitt Schmerzensschreie ausstieß. Kritiker störten sich an der ausgelassenen Stimmung bei dem Event.

Situation "sehr sonderbar"
Adelsohn Liljeroth äußerte Verständnis für die Kritik des Verbands der Afroschweden. Die ganze Situation sei "sehr sonderbar" gewesen und sie habe vorher nicht gewusst, um was für eine Art von Kuchen es sich handelte. Der Verband solle sich aber an den Künstler wenden und die gesamte Situation sei "missinterpretiert" worden, sagte die Ministerin.

Bombendrohung während Königinnen-Besuch
Am Dienstag musste das Museum kurz nach dem Besuch von Königin Silvia und der finnischen Präsidentengattin Jenni Haukio wegen einer Bombendrohung für mehrere Stunden geräumt werden. Ein Anrufer hatte das Museum als rassistisch bezeichnet. Die Bombendrohung erwies sich als falsch.