Polin festgenommen

51-Jährige soll zwei Männer aus Wien und Niederösterreich mit Arsen vergiftet haben

von Schwarze Witwe - Polin festgenommen © Bild: BMI/Egon Weissheimer

Es sei eine "abnorme Arsenbelastung" festgestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Exhumierungen angeordnet. Der Haftbefehl sei von der Staatsanwaltschaft Krems ausgestellt worden, so Hütter. Die Polin Bogumila W. wurde am Dienstag festgenommen. Am Donnerstag erfolgte ihre Einlieferung in die Justizanstalt Krems. Die U-Haft wurde am Freitag verhängt.

Ermittlungen der Anklagebehörde gegen die Frau liefen bereits seit einigen Wochen. Bisher hatte es jedoch geheißen, es würde unter anderem hinsichtlich unterlassener Hilfeleistung und wegen vermögensrechtlicher Delikte erhoben.

Opfer offenbar mit Arsen vergiftet
Bogumila W. sei nicht geständig, so Hütter. Die Beschuldigte stehe im dringenden Verdacht, den am 15. Oktober 2010 verstorbenen Herbert A. "durch regelmäßiges Verabreichen von Arsen getötet zu haben". Sie wohnte demnach als Pflegerin in der Wohnung des 68 Jahre alten Wieners "und versorgte diesen - auch bei längeren Krankenhausaufenthalten - mit von ihr selbst zubereiteten Speisen". "Herbert A. hatte zuvor seine Eigentumswohnung als Vorausleistung für zu erbringende Pflegedienste der Beschuldigten überschrieben", so Hütter weiter.

Der laut der Anklagebehörde ebenfalls von Bogumila W. betreute 62 Jahre alte Niederösterreicher Alois F. starb am 14. Februar 2011 im Krankenhaus Krems. Seine Leiche wurde über Auftrag der Staatsanwaltschaft Krems obduziert. Dem Gutachten zufolge verstarb Alois F. an den Folgen einer Infektion durch einen Schimmelpilz. "Die Krankengeschichte des Alois F. weist nicht auf eine Arsenvergiftung hin", jedoch könnten nach Meinung Reiters "die Symptome auf eine pflanzliche Vergiftung hinweisen".

Die bereits angeordneten Exhumierungen sollen "zeitnahe" stattfinden, so Hütter. Bogumila W. ist seinen Angaben zufolge zumindest seit Ende 2009 in Österreich. Die polnische Staatsbürgerin spreche Deutsch. Hütter betonte außerdem, dass bei der Frau kein Gift gefunden worden sei. Weitere Verdachtsfälle lägen nicht vor.