Schwarze Mahnung: Franz Fischler fordert absolute Loyalität der ÖVP zu Molterer ein

Ehemaliger EU-Kommissar: "Wenigstens bis zur Wahl" NEWS über das "Aushängeschild" und seine Partei

Schwarze Mahnung: Franz Fischler fordert absolute Loyalität der ÖVP zu Molterer ein © Bild: NEWS/Vukovits

Franz Fischler, bis 2004 das "Aushängeschild" Österreichs in Brüssel und als Agrar-Kommissar zehn Jahre lang der mächtigste EU-"Minister" Europas, folgte nun der Bitte von ÖVP-Chef Wilhelm Molterer ohne Zögern, dessen Nationalratswahl-Promikomitee zu präsidieren. Erstauntes Raunen in Schwarz darüber war und ist unüberhörbar: Ein erster zögerlicher Emanzipationsversuch Molterers von Schüssel? Fischler dementiert das strikt, begründet sein Engagement aber so: "Warum ich mir das antue? Weil ich feststelle, dass in manchen ÖVP-Kreisen der Ernst der Lage noch nicht so richtig erkannt wird. Daher: Ich will mir nicht irgendwann vorwerfen lassen, ich hätte gewissermaßen auch nur zugeschaut."

Tatsächlich, Molterer kann Fischlers Hilfe wirklich brauchen. 30 Tage vor den Wahlen ist es hart geworden für die ÖVP. Etliche Landesparteien ziehen nicht wirklich mit. Zudem attestieren fast alle Meinungsforscher der ÖVP ein Absacken binnen Wochen um knapp zehn Prozent, sie sei nur noch gleichauf mit der SPÖ - und das, blamabel genug, weit unter 30 Prozent der Stimmen. Alles überstrahlt von der "Krone"-Kampagne gegen einzelne ÖVP-Minister. Und dazu jetzt die jüngste Faymann-Attacke mit dessen "Entlastungspaket". Das löst Bangen aus. Die mögliche Fortsetzung der großen Koalition scheint damit endgültig vorbei zu sein, das Misstrauen gegenüber der SPÖ ist unendlich angestiegen.

Irritierter ÖVP-Chef
Vizekanzler Wilhelm Molterer im NEWS-Kurzgespräch: "Ich weiß jetzt, was das Wort von Werner Faymann wert ist, nämlich weniger als nichts." Dass der Politologe Fritz Plasser gar meint, dass Faymanns Schritt die Wahl für die SPÖ positiv beeinflussen könnte, weil sich 1,5 Millionen Österreicher im Geldregen sähen, sieht Molterer so nicht: "Ganz im Gegenteil. Das ist eine der sozial ungerechtesten Maßnahmen, die mir je untergekommen sind. Das werden wir aufzeigen."

Fischlers Beschwörungen
Dafür müsse es jedoch intern besser stimmen, "wenigstens bis zur Wahl", beschwört Fischler die Partei. "Wenn etliche VP-Länder keine Landeswahl-Beiträge leisten möchten, so mögen sie doch bedenken, ob es für sie dann wirklich angenehmer wird, wenn die ÖVP auf der Oppositionsbank sitzt. Denn so geht es einfach nicht!" Und zur immer lauter werdenden Kritik, ob Molterer denn wirklich der geeignetste Spitzenkandidat im Rennen um die Kanzlerschaft wäre, stellt Fischler gallig fest: "Manchmal habe ich das Gefühl, dass jene, die ihn kritisieren, das nur machen, um ihr eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil sie selber nichts tun."

Den gesamten Bericht lesen Sie im aktuellen NEWS 35/2008