Schwangerschaft und Geburt oft tödlich:
Weltweit sterben jährlich 500.000 Frauen

UNICEF fordert mehr Geld für Entwicklungsländer 99 Prozent aller Todesfälle in Südasien und Afrika

Schwangerschaft und Geburt oft tödlich:
Weltweit sterben jährlich 500.000 Frauen

Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 500.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, darunter etwa 70.000 Mädchen im Teenageralter. Dies geht aus einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF zur weltweiten Müttersterblichkeit hervor, der in Köln vorgestellt wurde.

Demnach entfallen 99 Prozent dieser Todesfälle auf die Entwicklungsländer, vor allem auf Südasien und die Länder Afrikas südlich der Sahara. Weitere zehn Millionen Frauen erleiden während Schwangerschaft und Geburt Verletzungen, weil sie nicht richtig medizinisch betreut werden.

Ursachen sind bekannt, Mittel fehlen
Die Ursachen der Müttersterblichkeit seien bekannt, genauso wie die Mittel, wie man dies verhindern kann, erklärte der Leiter der weltweiten Gesundheitsprogramme des Kinderhilfswerks, Peter Salama. "Trotzdem geht das Sterben weiter." Laut UNICEF ging die Sterblichkeit von Müttern zwar weltweit seit 1990 von 430 Todesfällen pro 100.000 Geburten auf 400 zurück. Doch ohne verstärkte Investitionen in die medizinische Grundversorgung der ärmsten Familien werde das Ziel, die Müttersterblichkeit von 1990 bis 2015 um zwei Drittel zu verringern, nicht erreicht werden.

Die Müttersterblichkeit zeigt laut UNICEF, wie sehr Frauen in Entwicklungsländern gegenüber jenen aus Industrieländern benachteiligt sind. So liegt das Risiko einer Frau, an den Folgen einer Schwangerschaft zu sterben, in den Entwicklungsländern bei eins zu 76. In den Industrieländern liegt es bei eins zu 8.000. Am schwierigsten ist die Situation im westafrikanischen Niger, wo von sieben Müttern eine nicht überlebt.

(apa/red)