Schwaches erstes Halbjahr im Einzelhandel:
Inflation verursacht reales Umsatzminus

Nominelles Wachstum von Inflation aufgebraucht Kränkliche Konjunktur von 2007 setzt sich damit fort

Schwaches erstes Halbjahr im Einzelhandel:
Inflation verursacht reales Umsatzminus © Bild: APA/Artinger

Für Österreichs Handel war das erste Halbjahr 2008 enttäuschend. Die Einzelhändler haben einen nominellen Umsatzzuwachs von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Die durchschnittliche Preissteigerung lag mit rund 3,5 Prozent auf dem Niveau der Inflationsrate. Real kam es daher zu einem Umsatzminus von 1,2 Prozent, sagte der Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer, Erich Lemler.

Die schwache Konjunktur im Einzelhandel seit Mitte 2007 setze sich damit fort. Rückläufig war auch die Kundenfrequenz, die um 1,6 Prozent abnahm. Bei den Beschäftigten gab es hingegen ein Plus von 3,3 Prozent. Zurückzuführen sei dies auf die längeren Öffnungszeiten, sagte Lemler. Seit 1. Jänner 2008 dürfen die Geschäfte nun 72 anstatt 66 Stunden pro Woche offenhalten.

Wenige Ausnahmen
Im ersten Halbjahr konnten lediglich der Sportartikel- sowie der Radio- und Elektroeinzelhandel reale Zuwächse erzielen. Die Umsätze im Sporthandel stiegen um 3,5 Prozent. Der gute Winter und die Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 hätten zu dieser Entwicklung beigetragen. Der Radio- und Elektrohandel legte um 2,1 Prozent zu.

Im Schnitt seien die Preise im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent gestiegen. Die stärkste Steigerung sei im Lebensmitteleinzelhandel verzeichnet worden (+6,3 Prozent), sagte der stellvertretende Direktor der KMU Forschung Austria, Peter Voithofer. Auch die Preise für Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf seien mit 4,3 Prozent über dem Durchschnitt gestiegen. Rückläufig waren hingegen die Preise im Radio- und Elektrohandel (-2,9 Prozent).
(apa/red)