Schwache Leistung: ÖSV-Langlauf-Staffel landet nur auf enttäuschendem elften Platz

Tauber, Botwinow, Hoffmann und Pinter nicht in Form Norwegen holt Gold vor Russland und Schweden

Schwache Leistung: ÖSV-Langlauf-Staffel landet nur auf enttäuschendem elften Platz

Norwegens Staffel-Schlussläufer Petter Northug schrie es nach seinem grandiosen Finish laut hinaus: "Leicht, leicht, leicht", sei ihm die Finalisierung der erfolgreichen Titelverteidigung der Norsker im 4 mal 10-km-Rennen der Nordischen Weltmeisterschaften in Sapporo gefallen. Das klingt überheblich, doch der programmierte Dählie-Nachfolger war zuvor zweimal auf die Nase gefallen. Stürze in Team-Sprint - durch seinen Partner Tor Arne Hetland - und Doppelverfolgung hatten die Siegchancen zunichte gemacht, nun gab es endlich das ersehnte Gold. Für Österreichs Quartett blieb nur der enttäuschende 11. Platz.

Der 21-jährige Northug setzte sich im Stadion wenige hundert Meter vor dem Ziel in beeindruckender Manier vom Russen Jewgenij Dementjew und dem Schweden Anders Södergren ab und verhalf Norwegen zur vierten Goldmedaille der Titelkämpfe. Seine Kollegen Eldar Rönning, Odd-Björn Hjelmeset und Lars Berger, der sein zweites Gold nach dem 15-km-Skating-Bewerb erhielt, hatten perfekte Vorarbeit geleistet. Die Verfolger Russland und Schweden wurden um 3,2 bzw. 3,5 Sekunden distanziert, für Mitfavorit Deutschland blieb nur Rang vier (+50,5).

Enttäuschende Österreicher
Den Österreichern Martin Tauber, Michail Botwinow, Christian Hoffmann und dem gegenüber 2005 neu ins Team gekommenen Jürgen Pinter gelang es auch nicht annähernd, den fünften WM-Rang von Oberstdorf zu wiederholen. "Platz sechs wäre das Optimum gewesen, aber da waren wir weit weg", meinte ÖSV-Sportdirekor Markus Gandler etwas resignierend. Dass Olympiasieger Italien auch nur auf Rang neun landete, war kein Trost.

Schon auf dem ersten Abschnitt waren die Aussichten des ÖSV-Teams auf ein positives Abschneiden geschmälert worden. Tauber verlor im letzten langen Anstieg den Anschluss an die Besten ("Da ist voll attackiert worden und ich bin nicht mehr mitgekommen"), büßte 22 Sekunden ein und übergab als 12. an Botwinow. Der Ex-Staffel-Weltmeister, kaum von einer Verkühlung genesen, musste alleine laufen und kassierte einen Rückstand von weiteren 1:50 Minuten (Rang 13). "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, aber komischerweise habe ich viel Zeit verloren", meinte Botwinow nach der nur 16. Teilzeit der zweiten Runde. "Aber ich war zwei Wochen krank, das hat Spuren hinterlassen."

Auch Hoffmann nicht in Form
Als sein Weltmeister-Kollege von Ramsau 1999, Christian Hoffmann, übernahm, war das Rennen für Rot-Weiß-Rot praktisch gelaufen. "Das war von Anfang an nichts Gescheites", ärgerte sich der 30-km-Olympiasieger von 2002. Er hätte gehofft, wenigstens mit der zweiten Gruppe rauslaufen zu können, musste aber anschließend auch von einem eigenen "schlechten Rennen" berichten.

Für den 32-Jährigen war damit schon das dritte Großereignis in Serie zum Reinfall geworden. Zwei Erkrankungen (2005 und 2006) sowie Wetterpech (2007 über 15 km) hatten Hoffmann seiner Chancen beraubt. Doch er steckt diese Rückschläge rasch weg, die Fortsetzung der Karriere zumindest bis 2010 ist fix eingeplant.

Ergebnis der 4 x 10-km-Langlauf-Staffel der Herren:
1. Norwegen 1:30:49,2 Stunden
2. Russland 3,2 Sek. zurück
3. Schweden 3,5
4. Deutschland 50,5
5. Frankreich 1:25,8
6. Finnland 2:06,3
7. Kasachstan 2:07,2
8. Tschechien 2:07,6
9. Italien 3:20,1
10. Schweiz 3:20,4
11. Österreich 4:08,6

16 Staffeln klassiert.

(apa/red)