Schutz für Kosovos Minderheiten durch EU: EULEX will Sezession der Serben verhindern

EULEX will mit 1.800 Helfern Rechtsstaat aufbauen Nach Protesten zieht sich EULEX aus Norden zurück

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Nach den gewaltsamen Protesten im Norden des Kosovos hat sich die EU-Misson EULEX zurück gezogen. Dies soll jedoch nur vorübergehend sein. Wenn sich die Lage beruhigt hat, will die EULEX wieder in die Region zurück kehren. Dabei will die Mission den Serben im Kosovo ihr Programm ebenfalls schmackhaft machen.

Die Europäische Union will eine Abspaltung des von Serben bewohnten Nordteils des Kosovo um jeden Preis verhindern. "Das wäre eine Niederlage", sagte der Chef der europäischen Krisenmission im Kosovo (EULEX), Yves de Kermabon, der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel. "Die internationale Gemeinschaft hat mehrfach die Unteilbarkeit des Kosovo unterstrichen", sagte der 59-jährige Franzose.

Die bisher größte zivile Krisenmission der EU soll dem Kosovo mit rund 1.800 Polizisten, Rechtsexperten und Zollbeamten beim Aufbau staatlicher Strukturen und einer multi-ethnischen Verwaltung helfen. Deutschland und Italien stellen die größten Kontingente. Österreich stellt 33 Experten für die zivile EU-Mission zur Verfügung

Schutz der Minderheiten
Auch die Serben hätten ein Interesse an der Entsendung der Europäer in den Norden des Kosovo, sagte der frühere General, der zwischen 2004 und 2005 die NATO-Truppen im Kosovo kommandierte. "Die Mission soll die Minderheiten schützen", sagte Kermabon. "Sie soll sicherstellen, dass alle im Kosovo in Frieden leben können." Im Notfall kann der Einsatz nach seinen Worten auf bis zu 2.200 Personen aufgestockt werden.

Nach gewaltsamen Protesten der serbischen Minderheit gegen die Unabhängigkeit des Kosovo hatte die EU ihr Vorbereitungsteam für EULEX aus dem Norden des Kosovo abgezogen. Kermabon sagte dazu, wenn die Mission in knapp vier Monaten ihre volle Einsatzstärke erreicht habe, werde sie auch im Norden eingesetzt. Zuvor müsse sich allerdings die angespannte Lage beruhigen. Die EU wolle im Dialog mit der serbischen Regierung in Belgrad und den Kosovo-Serben für den Einsatz die "bestmöglichen Bedingungen" schaffen.

(apa/red)