Schumacher drückt kräftig auf die Tube:
Rennrunden im 2007er Modell als Härtetest

Nackenverletzung bleibt weiter Unsicherheitsfaktor Schumi: "Wie ihr wisst, liebe ich Herausforderungen"

Schumacher drückt kräftig auf die Tube:
Rennrunden im 2007er Modell als Härtetest © Bild: Reuters

Michael Schumacher drückt für sein Formel-1-Comeback weiter kräftig aufs Tempo. Mit einem zweitägigen Härtetest im Ferrari-Gebrauchtwagen trimmt der Rekord-Weltmeister seine Fitness auf Rennniveau. Wie schon bei seinen ersten Proberunden auf der Scuderia-Hausstrecke Ende Juli muss der siebenfache Champion erneut ein Modell von 2007 anmieten, da Tests im aktuellen Boliden verboten sind.

Nach dem Training in Mugello werden Schumachers Ärzte wohl darüber entscheiden, ob der 40-Jährige fit genug für das Sensations-Comeback beim Großen Preis von Europa in Valencia am 23. August ist. Schon seit Schumachers Ankündigung, für den verletzten Felipe Massa einzuspringen, blühen die Spekulationen um den Gesundheitszustand des 91-fachen Grand-Prix-Gewinners.

Das Genick zwickt
Offen ist weiterhin, ob eine Nackenverletzung, die sich der Kerpener im Februar bei einem schweren Motorrad-Unfall zuzog, ihn möglicherweise zu stark einschränkt. "Mein Genick zwickt zugegebenermaßen etwas. Das müssen wir noch in den Griff kriegen", bekannte Schumacher nach seinen ersten Testfahrten.

Doch der Superstar will nach knapp drei Jahren Rennpause mit aller Macht zurück in die Königsklasse. "Also schwitzt er jetzt, rennt, strampelt, lenkt", beschrieb seine Beraterin Kehm die Anstrengungen der Grand-Prix-Legende. Neben umfangreichem Training im privaten Fitnessstudio in seiner Schweizer Wahlheimat Gland raste Schumacher zuletzt zwei Tage im italienischen Lonato im Kart über die Piste.

Test auf eigene Kosten
Übungseinheiten im aktuellen F60 bleiben Schumacher allerdings verwehrt, weil unter anderem die Rivalen Williams, Red Bull und Toro Rosso ihr Veto einlegten. Um sich wieder an die enormen Fliehkräfte und die körperlichen Beanspruchungen eines Formel-1-Rennens zu gewöhnen, setzt sich Schumacher nun erneut in einen zwei Jahre alten Ferrari. "Auf eigene Initiative und eigene Kosten", erklärte Kehm vor dem Test, von dem die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen bleiben wird.

Zur Verfügung gestellt wird das Auto wie schon beim ersten Mal von der Ferrari-Abteilung "F1 Clienti", die sich um die Pflege ehemaliger Rennwagen kümmert. Der Bolide befindet sich bereits im Besitz eines Privatmanns, Schumacher borgt sich das Gefährt für die Probefahrten. Auf Erfahrungen mit dem erst in dieser Saison eingeführten Hybridsystem KERS muss der Rekordchampion jedoch vor der Reise nach Valencia ebenso verzichten wie auf Tests mit den neuen Reifen. "Aber es gilt: Ich habe die Herausforderung angenommen, und wie ihr wisst, liebe ich Herausforderungen", hat Schumacher jüngst seinen Fans geschrieben.
(apa/red)