Schumacher holt sich Sieg am Nürburgring: Deutscher gewinnt gegen Alonso in der Box

Felipe Massa landet zum ersten Mal auf dem Podest Vierter Ausfall in Folge: Kliens schwarze Serie hält an

Michael Schumacher hat seine Aufholjagd in der Formel-1-WM fortgesetzt. Der Ferrari-Superstar gewann am Sonntag den Grand Prix von Europa auf dem Nürburgring und feierte damit seinen insgesamt 86. Sieg, den zweiten in Serie. Da aber Weltmeister Fernando Alonso im Renault wie schon vor zwei Wochen in Imola hinter dem Deutschen Zweiter wurde, liegt Rekord-Champion Schumacher in der WM noch immer 13 Zähler hinter dem spanischen Titelverteidiger.

Während der Brasilianer Felipe Massa im Ferrari als Dritter erstmals in seiner Karriere aufs Podest fuhr, erlebte die Negativ-Serie von Christian Klien auch im fünften WM-Lauf seine Fortsetzung. Es war der bereits vierte Ausfall in Serie für den Vorarlberger Red-Bull-Piloten, der im Auftakt-GP in Bahrain als Achter einen Zähler geholt hatte.

Fades Rennen in Box entschieden
Pole-Mann Alonso lag in einem an Fadesse kaum zu überbietenden Rennen zwar von Beginn weg vor Schumacher in Front, doch die zweite Boxenstopp-Serie brachte schließlich die Entscheidung zu Gunsten des Lokalmatadors. Während die Renault-Crew 8,8 Sekunden benötigte, um den Iberer abzufertigen, war die Scuderia um zwei Sekunden schneller und machte den siebenfachen Rekord-Weltmeister damit zum Sieger.

"Ferrari hat einen guten Job gemacht", gratulierte Renault-Teamchef Flavio Briatore dem Hauptrivalen in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM, nachdem Vizeweltmeister Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes als Vierter das Podest erneut verpasst hatte. Allerdings schmälerte der Italiener die Performance von Schumacher etwas. "Im Hinblick auf Fernandos Heimrennen in einer Woche haben wir die Drehzahl bei seinem Motor gebremst, denn schließlich muss er mit dem auch in Barcelona fahren."

Schumacher dankt seiner Crew
Schumacher kostete den Triumph in seiner Heimat aber trotzdem voll aus, sogar noch mehr als jenen vor zwei Wochen beim Ferrari-Heimrennen in Imola. "Es war enorm schwierig, denn ich und Fernando waren heute auf dem gleichen Niveau", betonte der 37-Jährige, der wusste, dass er den Sieg der Leistung seiner Boxen-Crew zu verdanken hatte. "Alles ist perfekt gelaufen - von den Reifen bis zum Benzin."

Alonso freut sich über "fantastisches Ergebnis"
Alonso bezeichnete Platz zwei angesichts seines gedrosselten Triebwerks als "fantastisches Ergebnis". "In puncto Performance sind auch die Reifen hier nicht optimal gelaufen. Trotzdem haben wir acht Punkte geholt, sollten also bald wieder in der Lage sein, gewinnen zu können", lautete der zuversichtliche Kommentar des Asturiers, der heuer bisher nie Schlechter als Zweiter (dreimal, bei zwei Siegen) war.

Getriebeschaden: Klien schon wieder out
Klien musste dagegen in Runde 29 auf Platz 14 liegend wegen eines Getriebeschadens ("Ich hatte keine Gänge mehr") die Segel streichen und wurde damit schon zum dritten Mal in dieser Saison von einem Defekt gestoppt. Lediglich in Malaysia, wo er nach einer Kollision mit Räikkönen ausgeschieden war, hatte er selbst Schuld. "Ein Wahnsinn. Ich weiß nicht, wie uns noch zu helfen ist", lautete der ratlose Kommentar des 23-jährigen Hohenemsers. "Punkte wären sehr schwer geworden, aber es wäre schön gewesen, das Rennen zu Ende zu fahren."

Auch Coulthard und Liuzzi ausgeschieden
Für zwei andere Red-Bull-Piloten verlief das Rennen in der Eifel noch enttäuschender. Der Italiener Tonio Liuzzi (Toro Rosso) und der Schotte David Coulthard (Red Bull Racing) schieden nach einer Kollision in Runde eins bereits in der Anfangsphase aus. Lediglich der US-Amerikaner Scott Speed (Toro Rosso) beendete den Europa-GP als Elfter mit einer Runde Rückstand.

Ecclestone-Kritik an Alonso
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte vor dem Rennen mit Kritik an Weltmeister Alonso aufhorchen lassen. Der 75-jährige Engländer forderte vom Spanier mehr Engagement, um die Königsklasse populärer zu machen. "Wir haben nun einen Weltmeister, Fernando, der nicht sehr viel tut", meinte Ecclestone, der befürchtet, dass sich die Situation nach Alonsos Wechsel von Renault zu McLaren im kommenden Jahr noch verschlechtern werde.

Endstand des Grand Prix von Europa:
1. Michael Schumacher GER Ferrari 1:35:58,765 Std.
2. Fernando Alonso ESP Renault +3,751 Sek.
3. Felipe Massa BRA Ferrari 4,447
4. Kimi Räikkönen FIN McLaren-Mercedes 4,879
5. Rubens Barrichello BRA Honda 1:12,586 Min.
6. Giancarlo Fisichella ITA Renault 1:14,116
7. Nico Rosberg GER Williams-Cosworth 1:14,565
8. Jacques Villeneuve CAN BMW-Sauber 1:29,364
9. Jarno Trulli ITA Toyota 1 Runde
10. Nick Heidfeld GER BMW-Sauber 1 Runde
11. Scott Speed USA Toro-Rosso-Cosworth 1 Runde
12. Tiago Monteiro POR Midland-Toyota 1 Runde
13. Christijan Albers NED Midland-Toyota 1 Runde

Ausgeschieden: Christian Klien (AUT) Red-Bull-Ferrari, David Coulthard (GBR) Red-Bull-Ferrari, Franck Montagny (FRA) Super-Aguri-Honda, Jenson Button (GBR) Honda, Juan Pablo Montoya (COL) McLaren-Mercedes, Mark Webber (AUS) Williams-Cosworth, Ralf Schumacher (GER) Toyota, Takuma Sato (JPN) Super-Aguri-Honda, Vitantonio Liuzzi (ITA) Toro-Rosso-Cosworth

(apa/red)