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Bildungsstandard-Test

Rund 86.000 Schüler müssen ihre Mathe-Kenntnisse unter Beweis stellen

Schule - Bildungsstandard-Test © Bild: APA/Fohringer

Rund 86.000 Schüler der vierten Klasse AHS-Unterstufe, Neue Mittelschule und Hauptschule stellen sich erstmals einer österreichweiten Überprüfung der Bildungsstandards. In 90 Minuten reiner Testzeit müssen rund 50 Aufgaben aus dem Bereich Mathematik gelöst werden. Die Ergebnisse werden im Dezember vorliegen, auf die Noten der Schüler haben sie keinen Einfluss.

Ranglisten werden keine veröffentlicht. Die Schüler werden nur ihr eigenes Ergebnis (inklusive Vergleich mit dem Österreich-Schnitt sowie der Schultypen) erhalten, die Lehrer die Einzelleistungen ihrer Schüler (in anonymisierter Form), der Direktor das Ergebnis seiner Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Landesschulbehörden die Ergebnisse ihres Bundeslands bzw. der Schulen und Unterrichtsministerin Schmied einen Österreich-Bericht. 2013 werden dann die Englisch-Standards in der achten Schulstufe sowie Mathematik in der vierten Klasse Volksschule überprüft, 2014 ist jeweils Deutsch dran.

Leichte Premiere?
Um 7.30 Uhr öffnet Vera Aue, Direktorin des Lise Meitner Realgymnasiums in Wien-Innere Stadt, die versiegelten Prüfungsbögen. Bis heute waren die Aufgaben für die erste flächendeckende Überprüfung der Bildungsstandards in Mathematik streng geheim. 55 Schüler der achten Schulstufe (4. Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule) müssen hier ihr Können beweisen. Gefragt sind vor allem mathematische Grundkompetenzen wie Prozentrechnung oder Gleichungen. Als sich um kurz nach 10.00 Uhr die Türen der Klassen wieder öffnen, herrscht unter den Schülern Erleichterung. "Total einfach, voll leicht und man hat viel zu viel Zeit", urteilen Tobias und Ivo aus der 4A.

Mathematik verstehen
"Jetzt soll es endlich darum gehen, was bleibt und was die Schüler wirklich nachhaltig können", erklärt Direktorin Aue, selbst Mathematiklehrerin, die Idee hinter den Standards. Sie wünscht sich, dass Schüler in Zukunft weniger "nach Kochrezept" auswendig lernen. Stattdessen sollen sie nachdenken, begründen und Mathematik wirklich verstehen. Das spiegelt auch das Testdesign: Bei den Bildungsstandards gibt es nicht nur lange Rechenwege, sondern auch Ergebnisse, die nur angekreuzt oder ausgewählt und interpretiert werden müssen. "Es war ur viel, zu viel Text zu lesen", beschwert sich Anish, "fast wie ein zweiter Lesetest." Die Schüler müssten sich vor allem an die neue Form der Testung gewöhnen, die nicht mit einer klassischen Schularbeit zu vergleichen sei, so Aue.

Ergebnisse im Dezember
Gleich nach dem Test werden die Bögen wieder eingesammelt und erneut versiegelt. Ein Bote wird sie später abholen. Die Ergebnisse stehen im Dezember fest. Jeder Schüler hat dann die Möglichkeit, sein Ergebnis im Internet abzurufen. "Bei manchen Aufgaben musste ich schon überlegen", sagt Asja. Ein Kollege schüttelt den Kopf und fällt ihr ins Wort: "Überhaupt nicht. Total sinnlos." Lehrer bekommen Klassenergebnisse und die Schulleitung einen Überblick über Klassen und die Gesamtleistung der Schule. Wie das Lise Meitner Realgymnasium mit den Ergebnissen umgehen wird, ist noch nicht ganz klar. "Ich fände es wichtig, dass die Ergebnisse in den Schulen bleiben. Rankings bringen nichts", äußert Aue eine ihrer Befürchtungen.

Kommentare

Ranking ? Ranking bringt Wettbewerb. Zwischen Schulen aber auch Lehrern, weil damit die Qualität des jeweiligen Unterrichts sich widerspiegelt.

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