Schuldenkrise von

Trübe Aussichten für die Wirtschaft

Heuer höchstens 0,5% BIP-Wachstum drin – Auch kommendes Jahr wird schwach

Krise-Stockbild © Bild: Thinkstock

Kaum Wachstum ist heuer für die heimische Wirtschaft drinnen: Denn heuer wird sie im Gesamtjahr real höchstens ein halbes Prozent wachsen können, nimmt EcoAustria-Leiter Ulrich Schuh an. Deshalb seien die letzten Prognosen von Wifo und IHS von März, die noch von 1,0 bzw. 0,8 Prozent BIP-Anstieg für 2013 ausgegangen sind, nicht mehr haltbar und müssten sicherlich nach unten revidiert werden, sagte Schuh. Die nächsten Prognosen der Institute sind für 27. Juni angekündigt, mit einer Absenkung der Prognosen ist zu rechnen.

"Ein halbes Prozent Wachstum scheint der Plafonds für heuer zu sein", und es sei schon eine kräftige Erholung im zweiten Halbjahr nötig, "um für das Gesamtjahr überhaupt in diese Richtung zu kommen", so der Experte. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) habe diese gedämpfte Erwartung mit der Senkung ihrer Wachstumsprognose auf 0,3 Prozent für heuer ja am Freitag bereits vorweggenommen. Der erhoffte Aufschwung lasse daher länger auf sich warten, meinte Schuh.

Besser sehe es - rein mathematisch betrachtet - dann für das Jahr 2014 aus. Durch einen statistischen Überhang aufgrund des schwächeren heurigen Jahres gäbe es 2014 selbst bei einem Nullwachstum den Ausweis eines Plus von 0,7 Prozent. Daher könnten dann kommendes Jahr tatsächlich rund eineinhalb Prozent Wachstum drin sein, aber der große Aufschwung sei momentan nicht absehbar.

Fünftes Quartal ohne Wachstum

Für die nächste Zeit sieht der wissenschaftliche Leiter von EcoAustria eher eine "Stop-and-Go"-Entwicklung mit kurzen kräftigen Aufschwungphasen, die aber immer wieder jäh unterbrochen werden. "Weiterhin werden einander Hoffnung bzw. Euphorie und Ernüchterung ablösen", so der Befund von Schuh.

Auch im jetzt laufenden zweiten Vierteljahr sei durchaus eine weitere Stagnation des heimischen BIP im Quartalsabstand möglich, sagte Wifo-Experte Stefan Schiman am Montag im Gespräch mit der APA. Das wäre dann bereits das fünfte Nullwachstums im Quartalsabstand in Folge. Für das zweite Halbjahr sei dann aber bereits mit einer mäßigen Zunahme der Konjunktur zu rechnen.

Auf eine mäßige Erholung im zweiten Semester deute die Verbesserung des Wifo-Frühindikators zum Jahreswechsel hin, aber auch die Tatsache, dass der Waren-Außenhandel heuer im ersten Quartal doch bessere Zahlen geliefert habe als im letzten Vierteljahr 2012, so Schiman. Insgesamt würden aber sowohl die Inlands- und die Auslandsnachfrage keine Impulse liefern. Am ehesten auslösen könnten einen Konjunkturaufschwung in Österreich - auch wenn der nur verhalten ausfallen werde - Impulse aus der Auslandsnachfrage, nimmt der Wifo-Experte an.

Mitterlehner gegen Konjunkturpaket

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat sich trotz aktuell enttäuschender Konjunkturdaten gegen eine Konjunkturspritze für die heimische Volkswirtschaft ausgesprochen. Ein Konjunkturpaket sei derzeit "sehr problematisch", weil die Staatsverschuldung Österreichs im nächsten Jahr bereits bei rund 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen werde, sagte Mitterlehner am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit IV-Präsident Georg Kapsch. Mitterlehner und Kapsch plädierten für flexiblere Arbeitszeiten und eine Entlastung der heimischen Firmen, um den Wirtschaftsstandort abzusichern.

Das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut vermeldete heute, Montag, erneut schlechte Konjunkturnachrichten: Das österreichische Wirtschaftswachstum stagnierte im 1. Quartal 2013 im Quartalsabstand zum vierten Mal in Folge. Die OeNB hatte vergangene Woche bereits ihre Wachstumsprognose für Österreich im laufenden Jahr von 0,5 auf 0,3 Prozent revidiert. Mit einem "guten Sommer und Herbst" im Tourismus und der Bauwirtschaft werde das BIP-Wachstum aber 0,3 Prozent überschreiten und wieder "nach oben gehen", hofft Mitterlehner.

Flexiblere Arbeitszeiten gefordert


Der Präsident der Industriellenvereinigung warnte vor Forderungen der Gewerkschaft, etwa die Verteuerung der Überstunden, eine "Fachkräftemilliarde" oder Vermögenssteuern zur Entlastung des Faktor Arbeit. Letztlich würden derartige Maßnahmen Arbeitsplätze kosten und dem Wirtschaftsstandort schaden.


Mitterlehner forderte flexiblere Arbeitszeitmodelle, aber keine Verlängerung der Arbeitszeit, um Unternehmen mehr wirtschaftlichen Handlungsspielraum zu geben. Die Höchstarbeitszeit sollte von derzeit 10 auf 12 Stunden erhöht werden und ein möglicher Durchrechnungszeitraum auf zwei Jahre ausgedehnt werden. In Österreich seien die "arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen aus den 1950er bis 1970er Jahren", kritisierte Kapsch.

Kommentare

War das nicht zu erwarten?
Jene Mrd. die wir großzügig in die Schuldenländer schickten fehlen im eigenen Land! Nun haben wir auch Rezession, hohe Arbeitslosigkeit und Rekord-Staatsschulden
So lange wir diese Typen immer wieder wählen wird sich nichts ändern. (Wahltag ist Zahltag)

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