Schuldenkrise von

Spanien: Rettungsschirm

Antrag auf Aufnahme könnte angeblich bereits am Wochenende erfolgen

Regenschirm bei Regenwetter © Bild: Thinkstock/ Michael Blann

Nach langem Zaudern will Spanien nach Angaben ranghoher EU-Diplomaten nun doch komplett unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen - allerdings tritt jetzt Deutschland auf die Bremse. "Die Spanier haben zunächst etwas gezögert, aber nun sind sie bereit, Hilfe zu beantragen", sagte eine hochrangige europäische Quelle der Nachrichtenagentur Reuters. Drei andere Spitzen-Diplomaten aus der Euro-Zone bestätigten den Sinneswandel. Spanien könnte demnach bereits am Wochenende den Antrag auf ein volles Hilfsprogramm zur Haushaltssanierung stellen - und damit noch vor dem regulären Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Luxemburg.


Zur Stützung des kriselnden Banksektors hat das hoch verschuldete Land bereits Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Die damit verbundenen Reformauflagen beziehen sich aber nur auf die Bankenbranche. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte zuletzt die spanischen Reformbemühungen gewürdigt und erklärt, das Land brauche kein zweites Hilfsprogramm.

Hinter vorgehaltener Hand sagten nun mehrere europäische Diplomaten und auch eine ranghohe deutsche Quelle, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der zunehmenden Skepsis in den eigenen Reihen dem Bundestag immer weitere Einzelentscheidungen über Euro-Hilfsanträge ersparen wolle. "Es macht keinen Sinn, anstehende Entscheidungen über Griechenland, Zypern und wahrscheinlich auch Spanien jeweils einzeln in den Bundestag zu schicken", hieß es in den Kreisen. "Es macht vielmehr Sinn, sie zu bündeln - wegen ihres Inhalts und auch aus politischen Gründen."

Auf die Frage, ob Deutschland Spanien geraten habe, mit dem Hilfsantrag zu warten, sagte ein Regierungssprecher in Berlin, jedes Land entscheide eigenständig. Deutschland dränge weder in die eine noch in die andere Richtung. Eine Sprecherin des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy erklärte dazu, sie wisse nichts von einem deutschen Veto gegen einen Hilfsantrag. Die EZB hatte angekündigt, unbegrenzt Staatsanleihen eines strauchelnden Euro-Landes zu kaufen, sollte dieses komplett unter den Rettungsschirm schlüpfen und sich den damit verbundenen Auflagen beugen.

Euro profitiert von Spanien

Der Euro hat am Dienstag an seine Gewinne vom Vortag angeknüpft. Die Hoffnung auf einen raschen Hilfsantrag Spaniens stütze die Gemeinschaftswährung, hieß es aus dem Handel. In der Früh kostete die Gemeinschaftswährung 1,2914 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,2877 (Freitag: 1,2930) Dollar festgesetzt.

Ministerpräsident weist Berichte zurück

Die spanische Regierung hat noch nicht entschieden, ob sie im Kampf gegen die Schuldenkrise bei der Europäischen Union ein neues Hilfegesuch einreicht. Dies betonte Ministerpräsident Mariano Rajoy bei einem Treffen mit den regionalen Führern seiner konservativen Volkspartei (PP) in Madrid.

Er wies damit Presseberichte zurück, nach denen Madrid am kommenden Wochenende einen solchen Antrag stellen will. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe am Dienstag unter Berufung auf Parteikreise berichtete, wies Rajoy darauf hin, dass die Regierung noch immer die möglichen Konsequenzen eines solchen Gesuchs prüfe.

Kommentare

armes spanien-die löhne sind gering, die souialleistungen grauenhaft und ausser briten und deutschen kann sich keiner mehr eine whg oder haus an der küste leisten, denn die banken geben keine kredite. es stehen häuser und whg BLÖCKE leer und werden zu bauruinen. schuld haben meiner meinung nach die ausländer die nach spanien kamen, grund und boden aufkauften (zu schleuderpreisen) irgendwelche shops usw aufmachen um wiederum ausländer schwarz zu beschäftigen. in spanien gehört auch die medikamentenausgabe an pensionisten etwas eingeschränkt, denn die gehen oft für den ganzen wohnblock zum dok und verkaufen die schmerzpillen, die sie umsonst bekommen. jeder cent hilft dem land

r-tiroch@t-online.de

Schäuble leigt mit seinen äußerungen bisher immer danben, denn das geld brauchen alle dennoch, obwohl sie angeblich auf einem guten Weg sind, gell?

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