Schuldenkrise von

Griechenland: Mehr Geld für Banken

EZB erhöht Rahmen für Notfall-Hilfen: So viel Milliarden haben Banken bisher gekostet

Griechenland: Griechen drängen sich in einer Bankfiliale. © Bild: REUTERS/Stefanos Rapanis

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den angeschlagenen griechischen Banken Insidern zufolge mit der erneuten Aufstockung von Notfall-Hilfen weiteren Spielraum verschafft. Die Währungshüter erhöhten die Obergrenze für die sogenannten ELA-Liquiditätshilfen an die Institute um 900 Mio. Euro, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch sagten.

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"Es würde mich nicht überraschen, wenn das weiterhin in diesem Niveau steigt Woche für Woche," sagte einer der Insider. Am vergangenen Donnerstag hatte der EZB-Rat erstmals seit Ende Juni den Rahmen für die Notkredite erhöht und zwar ebenfalls um 900 Mio. Euro. Damit dürfte das Limit für die Bankenhilfen inzwischen bei annähernd 91 Mrd. Euro liegen.

EZB-Rat hat Entscheidungsmacht

ELA-Kredithilfen - "ELA" steht für "Emergency Liquidity Assistance" - werden gegen Sicherheiten von der Athener Notenbank vergeben. Über die Gewährung des Rahmens entscheidet aber der EZB-Rat. Die Banken in Griechenland waren am Montag nach dreiwöchiger Pause wieder geöffnet worden. Zugleich zahlte die Regierung Schulden in Milliardenhöhe bei der EZB und dem IWF zurück, nachdem sie selbst Mittel aus einer Brückfinanzierung erhalten hatte. Kapitalverkehrskontrollen sind jedoch weiterhin in Kraft.


Österreichs Notenbankgouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny hat den 22. Juli als wichtigen Stichtag für die Verhandlungen um ein drittes Hilfspaket für Griechenland genannt. Eine der Vorleistungen, die Athen liefern muss: Das Parlament muss heute die EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Banken billigen. Nach der Richtlinie wickelt Österreich derzeit schon die Hypo Alpe Adria (Heta) ab.

Nowotny: Griechenlands Banken sind Sanierungsfälle

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras traf am Vormittag mit griechischen Bankern zusammen. Dabei versicherte er laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Ana, "Vorrang" habe jetzt, "das Finanzsystem zu normalisieren, zugleich aber die Bürger mit geringem Einkommen zu schützen". Die griechischen Großbanken sind Sanierungsfälle. Um ein "Ausbluten" zu verhindern, waren sie drei Wochen lang geschlossen. Die Barabhebungen an Bankomaten waren drastisch beschränkt, die Beschränkungen sind größtenteils noch aufrecht, obwohl die Banken seit diesem Montag wieder offen haben.


Mit der Einschränkung des Kapitalverkehrs sollte ein Ansturm auf die Banken und ein Zusammenbruch des Finanzsystems verhindert werden. Unternehmen und Privatleute hatten aus Sorge um den Verbleib Griechenlands in der Eurozone in den vergangenen Monaten hohe Milliardensummen von ihren Konten abgezogen. Die Wiedereröffnung war möglich, weil die EZB nach der Zustimmung des griechischen Parlaments zu Reformen die Obergrenze für die Notfallkredite für griechische Banken für eine Woche um 900 Millionen Euro erhöht hat. Mit Beschluss vom heutigen Mittwoch wurde die Summe noch einmal um diese Summe aufgestockt.

Kommentare

Ein Fass ohne Boden. Wie lange geht das noch. Unglaublich. Jedes Unternehmen in Österreich wird sofort in den Konkurs geschickt. Alle Inhaber haben Pfändungen bis zum Lebensende. Nur in der EU können die machen was sie wollen. Wie lange schauen wir noch zu. WAHNSINN

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