Schuldenerlass für arme Länder fix: Erste Lredotrückzahlungen ab 1. Juli gestrichen

Weltbank billigt in Schottland geschnürtes Paket Kritik von Bürgerrechtlern an Bedingungen für Länder

Der umfangreichste Schuldenerlass für arme Länder ist unter Dach und Fach. Die Mehrheit der Weltbankmitglieder billigte das im vergangenen Jahr beschlossene Paket, teilte die Weltbank mit. Ab 1. Juli werden die Kreditrückzahlungen der ersten 17 Länder gestrichen.

Über die nächsten 40 Jahre sollen Schulden im Umfang von 37 Milliarden Dollar (rund 30 Mrd Euro) erlassen werden. Mehr als 40 Ländern könnten davon profitieren, überwiegend in Afrika.

"Die Länder können jetzt mehr Geld in Programme stecken, um denen zu helfen, die es am nötigsten haben - die Armen, die mehr Bildungschancen brauchen, eine bessere medizinische Versorgung und sauberes Wasser", sagte Weltbankpräsident Wolfowitz.

Der Erlass der Schulden der ärmsten Länder bei den multilateralen Organisationen war beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrieländer und Russlands (G8) im vergangenen Sommer in Schottland beschlossen worden. Der IWF hatte bereits im Jänner begonnen, die Schulden der betroffenen Länder im Umfang von rund fünf Milliarden Dollar zu streichen.

Bürgerrechtsgruppen kritisieren den Schuldenerlass weiter scharf. Die Länder müssen Bedingungen erfüllen, um berücksichtigt zu werden. Organisationen wie "Jubilee USA" halten die Auflagen für zu kompliziert und eine Taktik der Weltbank, in den Ländern mehr Einfluss ausüben zu können. (apa)