Schützenhilfe von Merkel: "Brennerbasis- tunnel ist für Europa eine Notwendigkeit!"

Italiens Umweltminister hält Gotthard für wichtiger

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Bau des Brennerbasistunnels als Notwendigkeit für Europas Verkehrssystem bezeichnet. "Merkel hat erkannt, dass der Brennerbasistunnel eine notwendige Verkehrsachse für ganz Europa ist. Sie hat versprochen, dass sie darüber mit dem (italienischen) Verkehrsminister (Alessandro Bianchi, Anm.) diskutieren wird", sagte der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder nach.

Die Worte der deutschen Kanzlerin, die derzeit mit ihrem Mann Joachim Sauer während in Südtirol und dabei auch mit Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner eine Bergtour unternommen hat, sorgten in Italien für Diskussionen. "Der Brennerbasistunnel ist für Europa sehr wichtig, es wäre gut, wenn die EU stärker bei der Finanzierung helfen würde. Man muss eine Ko-Finanzierung zwischen Italien und Österreich, Italien und EU finden", betonte der italienische Infrastrukturminister, Antonio Di Pietro.

Anderer Meinung ist Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio. "Der Brennerbasistunnel ist keine absolute Priorität. Dort kann man mit einer Stärkung der Bahnlinie beginnen. Wichtiger ist der Schweizer Gotthard-Tunnel. Auf diesem Korridor wird sich der stärkste Güterstrom konzentrieren", betonte Pecoraro Scanio.

Der Brenner-Basistunnel ist das erstgereihte von 30 vorrangigen Projekten des Trans-European Transport Network-Programmes (TEN) der Europäischen Union. Er wird Innsbruck mit Franzensfeste in Italien verbinden und stellt somit einen wesentlichen Bestandteil der insgesamt etwa 2.200 Kilometer langen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsachse Berlin-München-Verona-Bologna-Palermo dar. 31 Kilometer befinden sich auf österreichischem Staatsgebiet, 24 Kilometer auf italienischem Boden. Dazu kommen rund acht Kilometer Tunnelstrecke der bestehenden Umfahrung Innsbruck, wodurch sich die Gesamtlänge auf 63 Kilometer erstreckt.

Die Gesamtkosten des Projekts werden auf rund 8 Mrd. Euro geschätzt. Rund 900 Mio. Euro werden voraussichtlich von der EU kommen, der Rest wird zwischen Italien und Österreich aufgeteilt. Österreich hatte in der Vergangenheit mehrfach auch eine finanzielle Beteiligung Deutschlands gefordert. Zuletzt ging es in der Debatte darum, dass Deutschland zumindest seine Zufahrtsstrecken zwischen München und Rosenheim weiter ausbaut. (apa)