Schüssel einsamer Obmann-Rekordhalter: Niemand beherrschte ÖVP so lange wie er!

Mit 12 Jahren vor Mock längstdienender VP-Chef

Als Parteiobmann hat Wolfgang Schüssel einen Rekord in der ÖVP-Geschichte aufgestellt. Mit zwölf Jahren Amtszeit ist er am längsten an der Spitze der Partei gestanden. An Schüssel heran kam nur Alois Mock, der die ÖVP zehn Jahre lang (von 1979 bis 1989) führte. Seit 9. Jänner dieses Jahres ist Vizekanzler Wilhelm Molterer bereits geschäftsführender Obmann, nun wird er am ÖVP-Parteitag in Salzburg von Schüssel das Amt auch offiziell übernehmen.

Molterer folgt Schüssel als 13. Parteiobmann der Volkspartei nach. Als Erster stand für einige Monate (bis September 1945) Leopold Kunschak, der später Nationalratspräsident wurde, an der VP-Spitze. Ihm folgten Leopold Figl (1945-1952), Julius Raab (1952-1960), Alfons Gorbach (1960-1963), Josef Klaus (1963-1970) und Hermann Withalm (1970-1971). 1971 übernahm Karl Schleinzer die Parteiführung. Nachdem dieser im Sommer 1975 tödlich verunglückte, bestellte die ÖVP Josef Taus - der schon 1971 mit im Gespräch war - zum neuen Obmann. Nach den verlorenen Wahlen im Jahr 1975 und im Jahr 1979 stellte sich Taus nicht mehr der Wiederkandidatur, ihm folgte Alois Mock,

Mock wurde 1989 von Josef Riegler, der mit 90,54 Prozent der Delegierten-Stimmen eine breite Unterstützung erhielt, abgelöst. Spannender war die Wahl von Rieglers Nachfolger, Erhard Busek. Er gewann nur knapp mit 56,4 Prozent zu 43,6 Prozent gegen seinen Gegenkandidaten Bernhard Görg. Mehr als breite Zustimmung erhielt dann wieder Schüssel bei seiner Wahl zum Parteichef: Ganze 95,5 Prozent votierten 1995 für den damaligen Wirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler. 1999 wurde Schüssel mit noch höherem Stimmenanteil - 95,9 Prozent - in seinem Amt bestätigt. 2003 sprachen ihm immerhin noch 94 Prozent der ÖVP-Delegierten das Vertrauen aus.

Schüssels Stellvertreter an der Parteispitze waren zuletzt Vizekanzler Wilhelm Molterer, die Tiroler Landesrätin Elisabeth Zanon und die ehemalige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer. Zuvor hatten neben Zanon die ehemalige steirische Landeshaupfrau Waltraud Klasnic und der damalige Landwirtschaftskammer-Präsident Rudolf Schwarzböck dieses Amt inne.
(APA/red)