Schüsse auf Polizei verwirren Ermittler:
Verdächtiger nach Vorfall in Wien flüchtig

Unbekannter habe Schüsse auf Beamte abgefeuert Mitbewohner des Flüchtigen wurde von Polizei gefasst

Schüsse auf Polizei verwirren Ermittler:
Verdächtiger nach Vorfall in Wien flüchtig © Bild: APA/dpa

Immer verworrener erscheint jener Vorfall in Wien-Landstraße, bei dem am 13. Oktober ein Unbekannter bei einer routinemäßigen Personenkontrolle in einer Wohnung auf zwei Beamte geschossen haben soll. Ob die Waffe tatsächlich abgefeuert wurde, kann laut Polizei - entgegen erster Behauptungen, dass zweimal abgedrückt wurde - nun nicht eindeutig festgestellt werden.

Der Grund laut Oberstleutnant Thomas Stecher von der Kriminaldirektion 1: Es gebe keinerlei Einschüsse in der Wohnung, auch Projektile wurden demnach nicht gefunden. Man könne derzeit einfach nicht mit Sicherheit sagen, ob eine Waffe abgefeuert wurde, da es keine eindeutigen Hinweise gebe, allerdings auch nicht dementieren, so der Ermittler.

Laut Beobachtung der bedrohten Beamten soll es auf jeden Fall zu Schussabgaben gekommen sein. Mit einer Faustfeuerwaffe bedroht habe der Flüchtige die Polizisten laut derzeitigem Erkenntnisstand auf jeden Fall, so Stecher. Direkt nach dem Vorfall fand die Polizei eine Gaspistole auf dem Fensterbrett. Mit dieser sei kürzlich geschossen worden, hieß es damals.

Mitbewohner des Flüchtigen gefasst
Daraufhin nahm die Polizei bei einer Baustellenüberprüfung einen 19-jährigen Serben wegen seines illegalen Aufenthalts in Österreich fest. Der Mann entpuppte sich als Mitbewohner des mutmaßlichen "Schützen". Er habe mit dem Vorfall nichts zu tun und sei aus Angst vor einer Festnahme ebenfalls geflüchtet, so Stecher. Der 19-Jährige sei nun in Schubhaft, seine Einvernahme habe keine neuen Anhaltspunkte geliefert. Beide Männer hätten die Wohnung als Schlafstätte genutzt, sich aber nicht wirklich gekannt. Der gesuchte "Schütze" ist nach wie vor flüchtig. In Deutschland wurde der festgenommen 19-Jährige bereits einmal abgeschoben.

Bei dem Vorfall am 13. Oktober hatte ein Unbekannter nach einer routinemäßigen Personenkontrolle auf der Straße zwei Beamte in seine Wohnung am St. Nikolausplatz gelotst. Sein Vorwand: Er wolle ihnen dort den verlangten Ausweis zeigen. Statt der Dokumente zückte der Mann allerdings eine Waffe. Anschließend gelang ihm die Flucht, verletzt wurde niemand.
(apa/red)