Schüler verliert Bein nach Fehlbehandlung:
Arzt erstattet nach Vorfall Selbstanzeige

Unterschenkel des 15-Jährigen wurde amputiert Durchblutungsstörungen nach OP blieben unentdeckt

Schüler verliert Bein nach Fehlbehandlung:
Arzt erstattet nach Vorfall Selbstanzeige

Ein 15-jähriger Vorarlberger muss künftig mit einem Bein durchs Leben gehen - vermutlich wegen eines Behandlungsfehlers. Nach einer Knieoperation sind massive Durchblutungsstörungen lange unerkannt geblieben. Als die Ärzte des LKH Bludenz darauf aufmerksam wurden, konnte der Unterschenkel des Schülers nur noch amputiert werden. Der Arzt hat Selbstanzeige erstattet. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

"Als Ursache deutet alles auf einen Behandlungsfehler hin", bestätigte Gesundheitslandesrat Markus Wallner gegenüber den Vorarlberger Nachrichten. Der Schüler war auf der Wintersportwoche in Golm gestürzt und hatte sich dabei eine schwere Knieverletzung zugezogen, die im LKH Bludenz operiert wurde, wie die Tageszeitung berichtete. Nach dem Eingriff sei das Bein eingegipst worden, doch dann haben massive Durchblutungsstörungen zum Absterben des Gewebes geführt.

Komplikationen zu spät erkannt
Als der behandelnde Arzt im LKH Bludenz auf die Komplikationen aufmerksam wurde, war es bereits zu spät, meldeten die Vorarlberger Nachrichten. Der Schüler sei daraufhin in das Landeskrankenhaus Feldkirch verlegt worden. Dort habe man dem 15-Jährigen in der Unfallchirurgie den linken Unterschenkel amputieren müssen.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls hat der behandelnde Arzt der Unfallabteilung Selbstanzeige erstattet. Während die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen bereits aufgenommen hat, kündigte das LKH Bludenz laut Tageszeitung eine gründliche Fehleranalyse an. Auch die Patientenanwaltschaft habe sich bereits eingeschaltet.

Psychologische Betreuung für Familie
Der Direktor der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft Gerald Fleisch sicherte der Familie des Schülers, die derzeit psychologisch betreut wird, jegliche Unterstützung zu, wie Wallner bestätigte.

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Vorarlberger Nachrichten

(red)