Schon wieder so ein Wembley-Moment:
Nur der Referee allein kennt die Wahrheit

Schiedsrichterteam begeht "Torraub" an England Deutscher Triumph von Schiri-Fehler überschattet

Schon wieder so ein Wembley-Moment:
Nur der Referee allein kennt die Wahrheit © Bild: ORF

Jetzt haben sie es wieder geschafft, die Deutschen. Ein Sieg über Lieblingsgegner England beschert unseren Nachbarn den Einzug ins Viertelfinale und schürt die Hoffnung auf den ganz großen Erfolg. Im Land der Dichter und Denker glühen die Schwarz-Rot-Goldenen Wangen vor Stolz über die eigene Nationalmannschaft. Die Presse überschlägt sich in Superlativen. Im Mutterland des Fußballs hingegen wetzen Fans, Journalisten und Daheimgebliebene bereits die Messer. Und bluten müssen diesmal viele. Denn neben den eigenen Spielern wird auch das Schiedsrichterteam ordentlich sein Fett abkriegen.

"Weggemüllert" bringt die "Bild Zeitung", Deutschlands größtes und pointiertestes Boulevard-Organ, das Achtelfinale auf den Punkt. Eine beherzt und im Spielrausch aufspielende deutsche Elf spielte den englischen Stars Knoten in die Beine und netzte viermal trocken ein, dass es Fabio Capello vor Scham die Brille beschlug. Neben Miroslav Klose, der bei Bayern heuer in der Stamm-Elf kein Leiberl hatte, und dem in der Bundesliga ebenfalls unterirdisch agierenden Lukas Podolski zeichnete sich der erst 20-jährige Thomas Müller sogar als zweifacher Torschütze aus. Und das gegen Heroen des Weltfußballs wie Rooney, Lampard oder Terry. Das deutsche Schützenfest führte zu Englands höchster WM-Niederlage der Geschichte. Apropos, Geschichte. Diese Partie würde auch so in Erinnerung bleiben. Aber da gibt es noch was...

Der Ball hinter der Linie, ein klares Tor. 35.000 Menschen im Stadion schreien auf, als der scharfe Schuss von Frank Lampard in der 39. Minute beim Stand von 1:2 an die Latte knallt und hinter der Torlinie am Boden aufprallt, bevor er von Tormann Manuel Neuer aus dem Verkehr gezogen wird. Das ist der Ausgleich, der Treffer, der die Engländer im Spiel und am Leben hält! Das wird alles ändern. Das gibt den Three Lions den nötigen Rückenwind, um das Ruder noch einmal herumzureißen und die junge und unerfahrene Truppe der Deutschen aus dem Turnier zu werfen. Jetzt wird alles gut, das Ale in den Pubs wird nie versiegen, die Beatles kommen wieder zusammen, die Queen wird 100...
Allein, der Pfiff kommt nicht. Schiedsrichter Jorge Larrionda und seine Assistenten haben etwas anderes gesehen. Nicht nur Frank Lampard verdreht den Blick ungläubig in den Himmel. Millionen Münder vor den Fernsehern dieser Welt formen stimmlos das Wort "Wembley...".

Erdkrümmung? Ablenkung?
Er gibt es nicht. Ein so klares Tor. Als wären die elf Deutschen nicht schon übermächtig genug, schlägt den Engländern auch noch der Schiedsrichter wuchtig in die Magengrube. Wo sind sie, wenn man sie braucht, die Torrichter, die Computer-Chips, die Videobeweise?
Was hat er gesehen, der Assistent an der Seitenlinie? Wo hat er hingesehen in diesem Augenblick? Vielleicht verlief die Torlinie aus seiner Perspektive ja etwas anders, vielleicht war die Erdkrümmung dort besonders gekrümmt. Oder wurde er geblendet? Von einer glänzenden Vuvuzela oder einer leichtbekleideten Schönheit auf der Tribüne?
Wir werden es nie erfahren. Die englische Presse titelt bereits Minuten nach dem Schlusspfiff "Franks for nothing". Lampard und seine Kollegen fahren als Geprügelte nach Hause, müssen vorher noch mitleidige Worte der deutschen Spieler über sich ergehen lassen und werden noch während sie unter der Dusche stehen in der Heimat bereits durch den Fleischwolf gedreht.

Einhellig ist der Tenor, dass die Capello-Truppe mit den außer Form agierenden Stars durch dieses Turnier getorkelt ist und völlig zu Recht von den Deutschen abmontiert wurde. Aber dieses eine nicht gegebene Tor, das so sehr an das Finale 1966 im Wembley-Stadion erinnert, wird die Menschen noch lange beschäftigen. Und die FIFA sorgt dafür, dass es solche Fehlentscheidungen auch in Zukunft geben wird. Erst im März dieses Jahres wurde vom International Football Association Boards (IFAB) - den Gralshütern der Fußballregeln - beschlossen, das Experiment mit dem Chip-Ball nicht fortzuführen. Fehlentscheidungen dieser Art sind also auf Dauer gesichert.

Na das wird ein Spaß.

(son)

Kommentare

rot eigentlich müsste es auch einen schiri für einen schiri geben den bei einer so grassen fehlentscheidung müsste dieser ebenfalls die rote karte bekommen!.

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