Schon wieder nur "Blech" für Österreich:
Nici Hosp landet im Damen-RTL auf Platz 4!

US-Girl Mancuso siegt vor Poutiainen und Ottosson 7. Zettel, 17. Schild, Kirchgasser im 2. Lauf out

Eine Überraschung hat der abschließende Olympia-Riesentorlauf der Damen gebracht. Die im Weltcup sieglose Julia Mancuso (USA/21) gewann bei fast irregulären Bedingungen 0,67 Sekunden vor Tanja Poutiainen (25), die für die erste finnische Alpinmedaille bei Olympia überhaupt sorgte. Auch Bronze ging überraschend an die Schwedin Anna Ottosson (29). Nicole Hosp (21) blieb als bester ÖSV-Fahrerin nur Platz 4. Damit gingen die ÖSV-Damen im letzten Olympia-Rennen zwar erstmals leer aus, sorgten mit insgesamt 6 Medaillen aber dennoch für einen Olympia-Rekord.

Wenn es für Hosp einen Trost gab, dann jenen, dass alle Favoritinnen bei Nebel und Schneesturm schwer geschlagen wurden. Titelverteidigerin Janica Kostelic trat krankheitsbedingt gar nicht an. Weltmeisterin Anja Pärson, zur Halbzeit noch 2., wurde nur 6.. Und die mit Nummer eins gestartete Topfavoritin und dreifache Saisonsiegerin Maria-Jose Rienda (ESP) wurde vor den Augen des extra angereisten, spanischen Prinzen Felipe mit fast drei Sekunden Rückstand nur 13. Nur Michaela Dorfmeister hat damit bei diesen Spielen von den Alpin-Damen zweimal Gold geschafft.

Wegen Nebels musste der Riesentorlauf vom Reservestart gefahren werden. Österreichs Chancen hatten sich schon zur Halbzeit praktisch halbiert, weil die zweifache Medaillengewinnern Marlies Schild zu verkrampft um ihr erste Gold kämpfte und sich fast zwei Sekunden Rückstand einhandelte. Michaela Kirchgasser machte ebenfalls Fehler und schied im zweiten Lauf aus. Schild wurde am Ende nur 17.

Hosp (4.) und die junge Kathrin Zettel als Halbzeit-9. hatten aber gute Medaillenchancen, speziell weil im Finale zum Nebel auch noch Schneesturm kam und das Klassement bunt durcheinander gewirbelt wurde. So "irrte" etwa Ottosson, die vor sechs Jahren in Cortina ihr bisher einziges Weltcuprennen gewonnen hat, im von Kostelics Vater deutlich drehender gesetzten Finallauf von Platz 13 noch zu Bronze. Sie ist die dritte Schwedin nach Wiberg und Pärson mit einer alpinen Olympia-Medaille, der WM-Ort Aare darf sich freuen.

Zettel hat "viel gelernt"
Die alles riskierende Linsenträgern Zettel musste sich hingegen nach einer wahren Chaosfahrt mit Platz 7 zufrieden geben, damit bleib die 19-Jährige Niederösterreichern in Turin ohne Medaille. "Die Sicht war schon okay. Ich habe nochmal alles versucht, es ist leider in die Hose gegangen", sagte die Kombi-Vierte. "In vier Jahren ist ja wieder Olympia. Ich habe hier viel gelernt, das werde ich mitnehmen", gab sie sich tapfer.

Hosp, die schon im 1. Lauf "in der Gegend herumgewedelt" war, kam auch in der Entscheidung aus den Problemen nicht heraus. Sie crashte mit einer Torstange so heftig, dass der Helm brach. Zudem blieb sie in der Nebel- und Sturmsuppe mit der Hand an einer Torstange hängen. "Ich habe zwei Tore gebraucht, um den Skistock wieder zu fassen. Das hat brutal viel Zeit gekostet", trauerte die Slalom-Zweite aus Tirol ihrer um 33/100 Sekunden verpassten, zweiten Olympiamedaille nach.

"Platz vier ist natürlich immer ein 'Kaas', nicht schon wieder", ärgerte sich die Bichlbacherin, fand dann aber doch versöhnliche Abschiedsworte. "Das eine Auge weint, das andere glänzt aber silber", so Hosp.

Bei Mancuso beschränkte sich das Chaos hingegen auf eine vergessen Akkreditierung. "Ein Glück, dass sie mich trotzdem rein gelassen haben", witzelte die 21-jährige aus Tahoe, die vor einem Jahr zwei WM-Medaillen geholt hatte. Mit ihrem Gold rettete sie die Bilanz der bis Freitag medaillenlosen US-Damen des österreichischen Cheftrainers Patrick Riml. "Ich habe gewusst, ich kann es. Ich gehe immer raus, um zu gewinnen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass ich heute als Olympiasiegerin schlafen gehe", sagte Mancuso.

Endstand:
1. Julia Mancuso USA 2:09,19 Min.
2. Tanja Poutiainen FIN 2:09,86 +0,67
3. Anna Ottosson SWE 2:10,33 +1,14
4. Nicole Hosp AUT 2:10,66 +1,47
5. Genevieve Simard CAN 2:10,73 +1,54
6. Anja Pärson SWE 2:10,96 +1,77
7. Kathrin Zettel AUT 2:11,35 +2,16
8. Nadia Fanchini ITA 2:11,46 +2,27
9. Ana Drev SLO 2:11,67 +2,48
10. Maria Pietilä-Holmner SWE 2:11,69 +2,50
11. Brigitte Acton CAN 2:11,71 +2,52
12. Tina Maze SLO 2:11,83 +2,64
13. Maria-J. Rienda-Contreras ESP 2:12,13 +2,94
14. Karen Putzer ITA 2:12,47 +3,28
15. Martina Ertl-Renz GER 2:12,54 +3,35
16. Fränzi Aufdenblatten SUI 2:12,62 +3,43
17. Marlies Schild AUT 2:13,27 +4,08
18. Jessica Lindell-Vikarby SWE 2:13,36 +4,17
19. Nika Fleiss CRO 2:13,43 +4,24
20. Carolina Ruiz-Castillo ESP 2:13,84 +4,65
21. Ingrid Jacquemod FRA 2:14,05 +4,86
22. Chimene Alcott GBR 2:14,42 +5,23
23. Stacey Cook USA 2:14,44 +5,25
24. Nadia Styger SUI 2:14,45 +5,26
25. Dagmara Krzyznska POL 2:15.91 +6.72
26. Noriyo Hiroi JPN 2:16,66 +7,47
27. Petra Zakourilova CZE 2:17,00 +7,81
28. Eva Huckova SVK 2:18,31 +9,12
29. Sona Maculova SVK 2:18,61 +9,42
30. Jelena Lolovic SCG 2:18,84 +9,65
31. Macarena Simari Birkner ARG 2:19,43 +10,24
32. Kirsten McGarry IRL 2:22,87 +13,68
33. Jae Eun Oh KOR 2:24,47 +15,28
34. Tiiu Nurmberg EST 2:25,09 +15,90
35. Yulia Siparenko UKR 2:25,93 +16,74
36. Vera Eremenko KAZ 2:29,75 +20,56
37. Duygu Ulusoy TUR 2:30,81 +21,62
38. Jinzhi Dong CHN 2:35,72 +26,53
39. Magdalini Kalomirou GRE 2:36,45 +27,26
40. Ivana Ivcevska MKD 2:37,36 +28,17
41. Neha Ahuja IND 2:41,31 +32,12
42. Mirella Arnhold BRA 2:49,17 +39,98

(apa/red)