Schönborn hält Zölibat für "verhandelbar": Kardinal trotzdem gegen Frauen im Amt

Kirchenmann lässt mit seinem neuen Buch aufhorchen Auch gegen Ladenöffnungszeiten wird weiter gekämpft

Kardinal Schönborn lässt mit seinem neuen Buch aufhorchen. Darin meint der Kardinal, der Zölibat sei "verhandelbar". Unverändert ist dessen Position zur Ausübung von geistlichen Ämtern durch Frauen oder den Ladenöffnungszeiten. Den immer größer werdenden Trend zum Buddhismus oder esoterischen Lehren begründet der Kardinal mit der Unverbindlichkeit dieser Strömungen.

Der Zölibat "ist insofern längst verhandelbar als dass es für mich kein Thema ist", meint der Kardinal in dem von Barbara Stöckl verfassten Buch. In der Erzdiözese Wien habe er verheiratete und unverheiratete Priester und "ich weiß, dass es sehr gute Ehen der verheirateten Priester gibt und sehr gute unverheiratete Priester(...)". Dass man sein Amt nach der Weihe aber nicht mehr ausüben darf, wenn man zum Vater wird, verteidigt Schönborn: schließlich sei hier ein Versprechen gegenüber Gott gebrochen worden.

Für unveränderbar bzw. gottgewollt hält der Kardinal die Rolle der Frau in der katholischen Kirche. Jesus habe für das geistliche Amt nur Männer berufen, die Kirche sei nicht ermächtigt und befähigt, diese Grundkonstitution zu ändern.

"Sonntag nicht preisgeben"
Weiterkämpfen will Schönborn in Sachen Ladenöffnungszeiten dafür, "dass der Sonntag nicht preisgegeben wird". Diese Diskussion sei noch nicht ausgestanden, meint er und appelliert: "Die letzte Insel der Freiheit darf nicht dem allherrschenden Götzen Mammon geopfert werden."

Dem Boom von Esotherik und Buddhismus steht er kritisch gegenüber. Zu einer "ernsthaft gelebten Religion" gehöre ein verbindlicher Charakter, der über "mich selbst hinaus führt", bei einer selbst gebastelten Religion "bleibe ich bei mir". Die Verbindlichkeit sei nicht immer angenehm und daher weniger attraktiv, weshalb manche den unverbindlicheren Weg einschlagen.

(apa/red)