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Schönborn begrüßt Imame-
Deklaration gegen Terror

"Es ist ein gutes und starkes Zeichen, dass die Imame diesen Schritt machen"

Kardinal Christoph Schönborn begrüßt die Deklaration der österreichischen Imame gegen Extremismus und Terrorismus. "Es ist ein gutes und starkes Zeichen, dass die Imame diesen Schritt machen und sich in ganz klarer und eindeutiger Form von Extremismus und terroristischen Gewaltakten distanzieren und damit deutlich machen, dass das nicht der Weg des Islam sein kann", sagte Schönborn.

Auch der Aufruf der Imame, dass sich Muslime in Österreich integrieren sollen, sei ein "starkes Zeichen, das nur zu begrüßen ist", erklärte Schönborn am Mittwoch nach der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell. Auch Österreichs katholische Bischöfe beschäftigten sich bei ihrer Tagung mit dem Thema Terror und Innere Sicherheit. Die jüngsten Terrorakte in Europa zeigten einerseits die Verletzlichkeit einer Offenen Gesellschaft, heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz. Andererseits zeige die Reaktion auf die Gewalt aber zugleich die Belastbarkeit und Widerstandskraft dieser Offenen Gesellschaft, "denn die von den Terroristen angestrebte Spirale der Radikalisierung ist bisher ausgeblieben".

Die Bischöfe beschlossen darüber hinaus, dass der von Papst Franziskus eingeführte "Welttag der Armen" am 19. November auch in Österreichs Pfarrgemeinden begangen wird. "Das Thema Armut in der Welt macht große Sorge", so Schönborn. Die Bischofskonferenz brach zugleich eine Lanze für den Sozialstaat österreichischer und europäischer Prägung.

Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl plädierte bei einer Messe in Mariazell für mehr Veränderungsbereitschaft in der katholischen Kirche. Die Kirche muss sich von Strukturen und Arbeitsabläufen lösen, die nicht mehr zeitgemäß sind, und sich dafür aber auf ihren Kernauftrag konzentrieren - "den Menschen die Nähe Gottes erfahrbar machen und das Evangelium vermitteln", so Krautwaschls Weckruf.

Die katholische Kirche in ihrer aktuellen Verfasstheit in Österreich und ebenso in Deutschland stecke in einer Krise. "Alle Verantwortlichen wissen das, allerdings macht niemand den ersten Schritt", zitierte der Bischof aus dem Erfahrungsbericht einer jungen Mitarbeiterin aus der Grazer Kirchenzentrale. Man würde in der Kirche Abläufe haben wie vor 30 Jahren. Um den beobachtbaren "Abwärtstrend" zu begegnen, gelte es sich von althergebrachten Formen und Mitteln zu lösen und den eigentlichen Zweck von Kirche wieder in den Fokus zu rücken.

Schönborn wollte die Ausführungen des Grazer Bischofs nicht näher interpretieren. "Ich würde eher von Veränderung und Entwicklung als von Krise sprechen", sagte der Wiener Erzbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz im Gespräch mit der APA.

Zur Frage der nach wie vor ungeklärten Bischofsernennung in Innsbruck hatte Schönborn keine Neuigkeiten zu berichten. Es brauche noch etwas Geduld. Kolportierte Zwistigkeiten zwischen ihm und dem Apostolischen Nuntius sowie anderen involvierten Personen oder gar Bösartigkeiten um die Bestellung seien jedenfalls nicht der Grund für die lange Vakanz. "Es gibt keinen Grund für Alarmismus. Das Verfahren läuft und wird sicher zu einem guten Ende kommen. Ich hoffe mit vielen, dass es bald eine Ernennung geben wird, ich hoffe aber vor allem, dass es eine gute Ernennung wird", so der Kardinal.

Kommentare

ja, da kommen die guten... aber was ist mit dem primitiven volk aus den arab. ländern ? schon mal nachgedacht ? nö

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