Schockierender UN-Bericht: Nordkorea
sperrt behinderte Menschen in Lager ein

Folter und unmenschliche Bedingungen in Anstalten Skandal: Kleinwüchsige dürfen keine Kinder zeugen

In Nordkorea werden einem UN-Bericht zufolge behinderte Menschen in Lagern weggesperrt, in denen sie ein Leben unter "unmenschlichen Bedingungen" fristen. Überläufer aus der Volksrepublik hätten übereinstimmend berichtet, dass die Betroffenen entsprechend ihrer Behinderung in speziellen Lagern untergebracht würden, hieß es in dem Bericht des thailändischen Spezialisten für Menschenrechte, Viti Muntarbhorn.

So dürften beispielsweise kleinwüchsige Menschen keine Kinder zeugen und würden zu einem gemeinsamen Leben mit weiteren Betroffenen gezwungen, zitierte der Bericht aus einer südkoreanischen Menschenrechtsstudie. Geistig Behinderte ereile ein besonders schweres Schicksal, sie würden in Anstalten mit der Bezeichnung "Station 49" untergebracht, in der besonders schlechte Bedingungen herrschten.

Muntarbhorn verfasste den Bericht im Auftrag der UN-Vollversammlung, die auf Basis der Erkenntnisse möglicherweise eine Resolution verabschieden wird. Da ihm die nordkoreanische Regierung nicht gestattete, das Land zu besuchen, war Muntarbhorn auf Informationen von außen angewiesen.

Der Bericht behandelt auch weitere Menschenrechtsverletzungen. So würden Frauen manchmal nur deshalb in Gewahrsam genommen, weil ihre Verwandte als regierungskritisch gelten. Frauen, die von Männern anderer ethnischer Gruppen wie etwa Chinesen schwanger seien, müssten mit Gewalt und Anfeindungen rechnen.

Generell gebe es in dem Land "eine große Anzahl verschiedener Internierungslager und Gefängnisse mit erschreckenden Lebensbedingungen, in denen Häftlinge gefoltert und unmenschlich behandelt würden", sagte Muntarbhorn.

(apa/red)