Schnelles Handeln erforderlich: Auch bei Kontakt mit HIV gibt es "Schutz danach"!

Medikamenteneinahme und Reinigung von Hautstellen Infektion mit Aids-Virus kann noch verhindert werden

Auch nach einem Kontakt mit HIV-infiziertem Blut, Sperma oder Vaginalsekret ist noch ein Schutz vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger möglich. "Die HI-Viren infizieren zunächst Immunzellen im Bereich der Eintrittstelle", erklärt Peter Walger vom Universitätsklinikum Bonn. Erst nach mehreren Stunden wanderten sie in nahe gelegene Lymphknoten, wo sie sich vermehren und von dort aus ausbreiten könnten. Kurz nach einer Virusübertragung lasse sich daher die Ausbreitung von HIV am ehesten verhindern.

Mit Hilfe von Sofortmaßnahmen sowie der kurzzeitigen Einnahme spezieller Medikamente könnten die Betroffenen die Viren am Körpereintritt hindern und ihre Vermehrung blockieren, so der Mediziner. Zunächst sollten die betroffenen Hautstellen unmittelbar nach dem Kontakt unter fließendem Wasser gereinigt, mit einem alkoholgetränkten Tupfer abgerieben oder einem alkoholischen Antiseptikum desinfiziert werden. Druck auf das umliegende Gewebe solle bei einer Schnitt- oder Stichverletzung die Blutung anregen und dadurch die Zahl der Viren in der Wunde verringern.

Wenn die Augen oder der Mund mit infektiösem Material in Berührung gekommen sind, werden diese laut Walger gründlich mit Wasser ausgespült. Zusätzlich sollten dann für rund vier Wochen verschiedene Medikamente miteinander kombiniert werden, die die Vermehrung des Virus hemmten. Je früher eine medikamentöse Prophylaxe begonnen werde, desto größer seien die Aussichten, eine Infektion zu verhindern, betont Walger: "Sie sollte möglichst innerhalb von zwei Stunden nach dem Kontakt mit infiziertem Material begonnen werden." Seien bereits mehr als drei Tage vergangen, mache die medikamentöse Vorbeugung dagegen keinen Sinn mehr. (apa)