Schneemangel stürzt Skisport in die Krise: Weltcup-Zukunft liegt vermutlich in Russland

Ural als möglicher Schauplatz von Alpin-Rennen Schröcksnadel: "Interesse dort ist riesengroß"

Der Österreichische Skiverband wird trotz der anhaltenden Schneeprobleme keine weiteren Weltcup-Alpinrennen in diesem Winter mehr übernehmen. "Irgendwann geht einem das Geld aus", erklärte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Angesichts der Probleme der Rennen vor Weihnachten kann sich der Tiroler vorstellen, künftig auch in Russland zu fahren.

Auf dem Semmering und in Bormio gingen auch die letzten Weltcup-Rennen des Jahres 2006 auf reinen Kunstschnee-Pisten über die Bühne. Die derzeit durch den schneearmen Winter besonders großen Probleme beschäftigen daher weiterhin auch die Arbeitsgemeinschaft der FIS, die sich über eine Neu-Gestaltung der Weltcup-Kalender Gedanken macht.

Der Alpin-Weltcup soll künftig speziell vor Weihnachten "gezielter" gestaltet werden. Neben zusätzlichen Gletscher-Rennen kann sich AG-Mitglied Schröcksnadel auch Rennen im Ural-Gebirge gut vorstellen, alles aber nur an Wochenenden. Denn eines will der Tiroler nicht mehr. "Serien von vier oder fünf Rennen in Folge an einem Ort. Die killen das Interesse."

Eine Alternative wäre Russland, speziell der Ural. "Man ist diesbezüglich sogar auf uns zugekommen. Das Publikumsinteresse dort ist riesengroß, auch die TV-Coverage würde passen", so Schröcksnadel nach Gesprächen mit dem russischen Verbands-Präsident sowie NOK-Chef und Putin-Berater Leonid Tjagatschew. Schröcksnadel: "Man würde uns wahrscheinlich dort sogar mit dem Flugzeug abholen."

Dass der ÖSV keine weiteren Rennen übernehmen wird - eines kostet rund 800.000 Euro - hat laut Schröcksnadel aber nichts mit den zusätzlichen Kosten für die maschinelle Beschneiung zu tun. Immerhin kostet ein Kubikmeter des kostbaren Weiß, ohne das die meisten Skirennen nicht mehr stattfinden würden, zwischen 3 und 5 Euro und verbraucht eine Menge Wasser.

Aber Schröcksnadel sieht dies nicht auf den Rennsport beschränkt. "Maschinenschnee ist längst Grundvoraussetzung für den Publikums-Skisport an sich. Früher hat man 400 Menschen auf den Berg gebracht, heute sind es 3.000. So etwas würden Naturschnee-Pisten gar nicht mehr aushalten. Der Skisport ist also ohne Maschinen-Schnee längst undenkbar", so der ÖSV-Präsident. (apa/red)