Schmied will den Nachmittag neu gestalten:
Reform soll kleinere Klassen ermöglichen

Beaufsichtigung soll künftig voll entgolten werden Lehrer könnten Schülern bei Hausaufgaben helfen

Schmied will den Nachmittag neu gestalten:
Reform soll kleinere Klassen ermöglichen © Bild: APA/Oczeret

Mit der geplanten Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrer will Unterrichtsministerin Schmied auch die Nachmittagsbetreuung an Schulen reformieren. Mit der "Tagesbetreuung Neu" sollen die Schülergruppen kleiner und das vom Bund finanzierte Stundenkontingent fast verdoppelt werden. Die reine Beaufsichtigung der Schüler durch Lehrer soll dann durch Förderung aufgewertet werden.

Dafür bekommen die Pädagogen auch diese Stunden voll bezahlt - bisher wurden von zwei Stunden nur eine entgolten. Wegen der geringeren Bezahlung der Beaufsichtigung in der sogenannten "individuellen Lernzeit", in der Schüler etwa Hausaufgaben erledigen oder für Tests lernen sollen, wurde dieser Job bisher von den Lehrern nicht so gerne gemacht, hieß es aus dem Unterrichtsministerium.

Künftig sollen die Pädagogen den Kindern in diesen Stunden bei den Hausaufgaben helfen und sie fördern. Die reine Aufsicht soll - bis auf Ausnahme der neu geschaffenen Mittagsbetreuung, wo Schüler nur die Zeit bis zum Nachmittagsprogramm überbrücken - abgeschafft werden. Dass dann etwa ein Deutschlehrer bei Problemen in Mathematik oder Latein helfen soll, sieht man im Ministerium nicht als Problem: Nachmittagsbetreuung werde schließlich bis maximal zur achten Schulstufe angeboten, dafür müsse der Lehrer nicht "eins zu eins" im Fach sein. Er solle schließlich nicht unterrichten, sondern nur Hilfestellungen anbieten.

Die neue Nachmittagsbetreuung soll im Schuljahr 2009/10 an 200 Schulen starten, 2010/11 sollen die übrigen 1.000 Standorte folgen, wo es derzeit schon Nachmittagsbetreuung gibt. Dafür will Schmied künftig neun statt bisher fünf Wochenstunden pro Gruppe ab zehn Kindern bezahlen.
(apa/red)