Schmährufe gegen Roman Wallner: Austria-Präsident Peter Langer macht sich Sorgen!

"Gelten neue Regeln, werden rigoros durchgreifen"; Torhüter Didulica ergreift Partei für Teamkollegen

Peter Langer drängt sich nie ins Scheinwerferlicht, agiert lieber im Hintergrund und lässt Fußball-Diplomatie walten. Aber die Missfallenskundgebungen einiger Fans gegenüber dem Neo-Austrianer Roman Wallner am vorigen Samstag in Innsbruck zum Frühjahrsauftakt der T-Mobile-Bundesliga gegen Wacker Tirol hat bei dem Austria-Präsidenten trotz des 2:1-Sieges und der guten Leistung den Kragen platzen lassen. "Ab nun gelten neue Regeln, wir lassen uns das nicht mehr gefallen und werden im Verein rigoros durchgreifen", kündigte er an.

Der 58-Jährige, der seit 1966 ordentliches Austria-Mitglied ist und seit Februar 2002 den Violetten vorsteht, hat ob der Provokationen einiger Fans ernsthafte Bedenken und macht sich Sorgen. Es könne nicht sein, dass sowohl das Ansehen des Klubs als auch des wichtigsten Geldgebers (Anm.d.Red.: Frank Stronach) permanent von wenigen Anhängern beschmutzt werde", sagte Langer zu den Vorfällen in der Vergangenheit (Abbruch des GAK-Spiels) und dem Aggressionspotenzial in diversen Internet-Foren.

Das alles habe im Sport nichts verloren und bedrohe den Verein in seinen Grundfesten. "So sind wir für keinen Investor glaubwürdig und können uns für niemanden interessant machen. Unternehmen wir nicht jetzt etwas dagegen, wird der Schaden noch größer, ist die Existenz der Austria mittelfristig ernsthaft gefährdet. Sponsoring besteht aus Leistung und Gegenleistung. Dafür wollen wir auch künftig immer stehen", betonte der Unternehmensberater, der für Emotionen im Fußball bis zu einem gewissen Limit durchaus Verständnis hat.

Langer sieht es als seine oberste Aufgabe an, dass die Austria auf gesunden Beinen stehe. "Und dafür muss ich in der Öffentlichkeit als Präsident nicht glänzen." Was mit Wallner in Innsbruck passiert ist, habe "nichts mit Fan-Sein" zu tun und lehne die Austria kategorisch ab. "Wir haben es sehr lange und sehr oft in persönlichen Gesprächen mit den Fan-Vertretern probiert, hatten viel Geduld, aber nun werden wir hart durchgreifen. Wir wollen mit solchen Fans nicht zu tun haben", sagte Langer unmissverständlich.

Auch Torhüter Joey Didulica, der seit 651 Minuten keinen Treffer kassiert hat, geht mit der Fraktion, die den Ex-Rapidler Wallner ablehnt, auf seiner Homepage (ww.didulica.com) hart ins Gericht. "Ich weiß auch über die Rivalität zwischen Austria und Rapid Bescheid, aber als Fan muss man akzeptieren, dass er jetzt das violette Trikot trägt." Der Kroate appelliert an Gemeinschaftsgefühl. "Teamwork ist eines unserer obersten Gebote. Wir wollen gemeinsam Meister werden, wir brauchen die positive Unterstützung, sonst nicht."

(apa/red)