Schluss mit dem Saufen in vollen Zügen:
Bundesbahnen überlegen ein Alkoholverbot

Belästigung durch Betrunkene soll verhindert werden Gastronomie in Reisezügen vorerst nicht bestroffen

Schluss mit dem Saufen in vollen Zügen:
Bundesbahnen überlegen ein Alkoholverbot © Bild: APA/Pfarrhofer

Die ÖBB planen zu einem etwaigen Alkoholverbot in heimischen Zügen ein Pilotprojekt. Das kündigte Thomas Berger, Sprecher der ÖBB-Holding, an. Gleichzeitig stellte er klar, dass etwaige neue Bestimmungen nicht den Reiseverkehr und ebenso wenig das Gastronomie-Angebot in den Zügen betreffen wird. Es gehe ausschließlich um den Alkoholkonsum im Regionalverkehr.

Berger: "Die Kunden haben sich bei uns über Verschmutzung, Lärm und Belästigung durch Betrunkene beschwert." Man werde nun in einem bis zwei Bundesländern auf einzelnen Strecken an bestimmten Tagen kontrollieren, abmahnen und in weiterer Folge auch strafen. Wann das Projekt starten soll, ist noch unklar. Die ÖBB müssen noch die Details neuer Bestimmungen ausarbeiten.

Verkehrsministerin Bures sieht unterdessen keinen Grund für eine gesetzliche Regelung in Sachen Alkoholverbot in den ÖBB-Zügen. Es gäbe jetzt schon, wie in der Gastronomie, auch in der Bahn die Möglichkeit, an Betrunkene keinen Alkohol auszuschenken, sagte Bures. Die Fahrgäste sollten jedenfalls nicht von Alkoholisierten belästigt werden.

Die Diskussion um ein Alkoholverbot nahm bei der deutschen Privatbahn "Metronom", die in Niedersachsen 90.000 Passagiere pro Jahr befördert ihren Anfang. Diese will ab 15. November ein Alkoholverbot in ihren Zügen einführen. Laut Berger überlegt auch die Deutsche Bahn in dieser Richtung.