Schluss-Akt im Halbfinal-Krimi: Spiel der Entscheidung zwischen Salzburg und Caps

Capitals in Salzburg gegen das Gesetz der Serie Rotter: "Es beginnt jetzt alles wieder bei Null"

Schluss-Akt im Halbfinal-Krimi: Spiel der Entscheidung zwischen Salzburg und Caps © Bild: GEPA

Das Gesetz der Serie spricht eindeutig für die Red Bulls Salzburg. Doch davon wollen die Vienna Capitals heute im siebenten und entscheidenden Halbfinalduell nichts wissen. Die Caps müssen ihre Negativserie im Salzburger Volksgarten beenden, um erstmals seit dem Meisterjahr 2005 wieder in das Finale der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) einzuziehen. Dort wartet ab kommenden Donnerstag der KAC, zunächst hat aber der Halbfinal-Krimi zwischen den Red Bulls und den Caps sein würdiges Finale.

Die Vienna Capitals haben im Play-off noch keinen einzigen Sieg in Salzburg geholt und nicht zuletzt deshalb die Halbfinalserien 2006, 2007, 2008 und 2009 gegen die Red Bulls verloren. Auf solche Statistiken und Serien hält Salzburg-Trainer Pierre Page aber gar nichts. "Das Spiel am Dienstag hat nichts mit Erfahrung und der bisherigen Serie zu tun, die sechs Spiele zuvor sind jetzt wertlos", betonte Page.

Kritik übte er dennoch, vor allem die fehlende Effektivität im Powerplay bemängelte er. Sieben Überzahlspiele hatten die Salzburger am Sonntag, Tor gelang ihnen dabei keines. "Wer seine Überzahlsituationen nicht nutzt, kann kein Spiel gewinnen", meinte der Salzburger Coach, der sich dennoch voller Selbstbewusstsein gab, dass sein Team zum sechsten Mal in Folge ins Endspiel einzieht. "Wir sind die beste Mannschaft in Österreich, ich erwarte, dass meine Spieler das umsetzen", sagte Page.

In Wien konnten Koch und Co. das aber nicht beweisen. Die Capitals waren die klar bessere Mannschaft, hatten in Torhüter Adam Hauser einen sicheren Rückhalt vor einer konsequenten Defensive und in Rafael Rotter einen kaltblütigen Vollstrecker. Dank seines Hattricks (14., 17., 56.) sind die Wiener noch im Spiel. "Meine drei Tore sind schön. Aber wichtiger war, dass wir gewonnen haben", gab sich der Teamstürmer bescheiden.

"Beginnt jetzt alles wieder bei Null"
Und er ist voller Vorfreude auf die Entscheidungspartie. "Es beginnt jetzt alles wieder bei Null. Die ganze Mannschaft freut sich darauf, es ist ein unheimlicher Nervenkitzel. Wir werden bereit sein", meinte der 23-Jährige. Allerdings könnte die Wiener Paradelinie mit Rotter, Kapitän Benoit Gratton und Francois Fortier, nach Punkten die beste der Liga, auseinandergerissen werden. Fortier kam am Sonntag nach dem ersten Drittel nicht mehr auf das Eis, sein Einsatz ist fraglich.

Umso höher schätzte Trainer Kevin Gaudet daher den Sieg. "Das war der stolzeste Moment im meiner Karriere als Capitals-Trainer. Die Mannschaft hat Unglaubliches geleistet, und das ohne den verletzten Fortier", sagte Gaudet, der nun einen Kampf auf Biegen und Brechen erwartet. "Es wird ganz schwer. Salzburg hat die beste Defensive der Liga, das beste Forecheck der Liga, wir müssen intelligent spielen. Salzburg ist der Favorit, sie sind eine Macht daheim. Wir haben sie aber in den letzten Spielen immer an der Kippe gehabt. Alles ist offen", betonte der Caps-Coach.

Auch bei ihm schwingt große Vorfreude mit. "Spiel sieben ist immer etwas Besonderes, das ist wie der Punkt auf dem i. Wir lieben solche Herausforderungen. Es ist eine 'do or die'-Situation (frei übersetzt: siegen oder fliegen)", erklärte Gaudet. Er wird den Club nach vier Jahren verlassen, ein Meistertitel wäre da ein schönes Abschiedsgeschenk. Dafür müssen die Wiener aber erstmals die Hürde Salzburg nehmen.

(apa/red)