Schlittert Barcelona in die sportliche Krise?
Rijkaard vor dem Aus, Ronaldinho im Abseits

Barca-Coach sitzt nicht mehr allzu fest im Sattel Bei Schlappe vs. Schalke müsste er wohl gehen

Schlittert Barcelona in die sportliche Krise?
Rijkaard vor dem Aus, Ronaldinho im Abseits © Bild: AP/Meissner

Der einstige Superstar Ronaldinho auf der "Abschussliste", Frank Rijkaard nur noch ein Trainer auf Abruf: Der FC Barcelona steckt vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League beim FC Schalke 04 in einer tiefen Krise. Die Blau-Roten verspielten in eineinhalb Wochen praktisch zwei Titel. Nach dem Aus im spanischen Cup gegen Valencia büßten sie mit ihrer 2:3-Schlappe bei Betis Sevilla wohl auch ihre Titelchancen in der Liga ein.

Ronaldinho wurde für die Partie in Gelsenkirchen nicht einmal in den Kader berufen. Dabei ist der Brasilianer, der mehr als vier Jahre das Herzstück des Barca-Teams bildete, nach Angaben der Vereinsärzte nicht einmal verletzt. Barca gab anscheinend die Hoffnung auf, Ronaldinho könnte noch einmal zu jener Form zurückfinden, mit der er die Fans verzaubert hatte. In der Presse zirkulierten Berichte über ein bewegtes Nachtleben des Fußballers, aber in Wirklichkeit weiß niemand genau, was mit dem Ex-Star los ist.

Ronaldinho auf der Abschussliste
Der Brasilianer, der den Verein einst mit seinem Lächeln aus einer tiefen Niedergeschlagenheit befreit hatte, scheint bei den Katalanen keine Rolle mehr zu spielen. Nach Presseberichten steht er ganz oben auf der Liste der Profis, die Barcelona zum Saisonende verkaufen will. "Wird Ronaldinho jemals wieder das Barca-Trikot tragen?", fragt die Zeitung "El Periodico de Catalunya".

Coach Rijkaard unter Druck
Auch für Rijkaard scheint die Zeit bei Barca zu Ende zu gehen. Im Clubvorstand mehren sich die Stimmen, die eine Entlassung des Niederländers verlangen. Zwar will Vereinspräsident Joan Laporta wenigstens bis zum Saisonende an dem Coach festhalten, der Barca zu zwei Meisterschaften und einem Champions-League-Sieg verholfen hat. Aber ein Debakel bei Schalke, so wird vermutet, könnte für Rijkaard bereits das sofortige Aus bedeuten.

"Ich sammle Argumente, um Entscheidungen zu treffen", sagte Sportdirektor Txiki Begiristain. Dieser Satz weckt Erinnerungen: Fast wortgleich hatte sich 1996 der damalige Clubchef Josep Lluís Nunez geäußert, bevor er Trainer Johan Cruyff hinauswarf. Die Sportzeitung "El Mundo Deportivo" leitete daraus die Schlussfolgerung ab: "Rijkaard kann seine Koffer packen." Das Konkurrenzblatt "Sport" plädierte dafür, den Ex-Kapitän Josep Guardiola, derzeit Coach der B-Elf, zum neuen Cheftrainer zu machen.

Rijkaard will von Rücktritt nichts wissen
Bei der Pressekonferenz in Gelsenkirchen wollte Rijkaard von einem Ultimatum der Vereinsführung nichts wissen. "Damit beschäftige ich mich nicht. Ich verschwende im Moment auch keinen Gedanken an einen Rücktritt. Wir haben ein wichtiges Spiel auf hohem internationalem Niveau vor der Brust. Darauf muss ich die Mannschaft konzentriert vorbereiten, damit sie ein gutes Bild abgibt", meinte Rijkaard.

(apa/red)

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