Schließung eines Jugendhauses:
Krawalle bei Jugenddemo in Kopenhagen

Hunderte Festnahmen bei Zusammenstößen

Bei einer Demonstration von rund 800 Personen gegen die Schließung des Kopenhagener Jugendhauses ist es am Sonntagabend in der dänischen Hauptstadt zu krawallartigen Zuständen gekommen. Insgesamt 263 Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Nachdem der Protest zunächst friedlich verlaufen war, kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und der Polizei. Beide Seiten beschuldigen die jeweils andere, die Zusammenstöße zu verantworten zu haben.

Einige der Demonstranten waren trotz des Maskierungsverbotes vermummt und warfen laut Polizei mit Obst. Die Polizei ging daraufhin gegen die Kundgebung vor, Demonstranten warfen daraufhin auch mit Steinen und Flaschen, Schaufenster gingen zu Bruch und Müllcontainer wurden angezündet.

Der Sprecher des Jugendhauses, in den Medien als "Adam" zitiert, sagte, die mit Schlagstöcken und Hunden ausgerüstete Polizei sei gegen die bis dahin friedliche Kundgebung unnötig vorgegangen und habe habe damit die Ausschreitungen provoziert. Seitens der Polizei hieß es hingegen, man habe einschreiten müssen, weil sich einige der Demonstranten "nicht ordentlich aufgeführt" hätten.

Von den ursprünglich 263 Festgenommenen waren am Montagfrüh noch rund 45 in Polizeigewahrsam. Gegen fünf von ihnen wurde eine Voruntersuchung wegen Widerstands gegen die Polizei eingeleitet. Den anderen werden vorwiegend Verstöße gegen das Maskierungsverbot und die öffentliche Ordnung vorgeworfen. Der Streit um die Schließung des Kopenhagener Jugendhauses dauert seit Jahren.

(apa/red)