Schließung ein "bedauerlicher Schritt":
St. Pöltens Bürgermeister sah Ende kommen

Matthias Stadler: Nach Brand "letztlich unvermeidbar" "Korrekter rechtlicher Weg" der Stadt half Firma nicht

Die Schließung der Glanzstoff in St. Pölten mit Jahresende 2008 sei "ein bedauerlicher Schritt, der aus Sicht des Unternehmens in der wirtschaftlich schwierigen Situation nach dem Brand jedoch letztlich unvermeidbar war", reagierte Bürgermeister Matthias Stadler. Die Stadt habe "im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten alles unternommen, um der Glanzstoff zu helfen, den Betrieb wieder aufzunehmen".

Es sei "ein klares Szenario für die nächsten Überlebensschritte erarbeitet" worden, "bei dem die Erhaltung der Arbeitsplätze ebenso wie die Interessen der Anrainer im Vordergrund standen", so Stadler. Der "korrekte rechtliche Weg", den die Stadt dabei eingeschlagen habe, sei zuletzt auch vom Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) des Landes Niederösterreich bestätigt worden. Der Bürgermeister weiter: "Die Situation habe gezeigt, dass man unter schwierigen Umständen die Schließung lange habe verhindern können. Es wurden Investitionen getätigt, jedoch ein dauerhaftes Überleben sei unter den von der Bevölkerung verlangten und von den österreichischen Umweltgesetzen vorgegebenen Umständen offensichtlich auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen."

Stadler bedauerte, "dass mit der Schließung der Glanzstoff nun ein bedeutendes Kapitel der St. Pöltner Industriegeschichte zu Ende geht". Beschäftigen werde man sich u.a. mit der Frage müssen, was mit dem Areal passiere. "Dabei wird auch der Bund gefordert sein", betonte der Bürgermeister.

Der Bürgermeister richtete einen Appell "an alle St. Pöltner Unternehmen, Solidarität zu zeigen, und den von der Schließung Betroffenen neue Arbeitschancen zu bieten". Auch die Stadt werde "selbstverständlich bei Härtefällen helfen und versuchen, diese im eigenen Bereich unterzubringen, mit dem einen oder anderen Arbeitsplatz nach besten Möglichkeiten auszuhelfen". Auf keinen Fall dürfe nun "politisches Hick-Hack und Kleingeld im Vordergrund stehen".
(apa/red)