Schlierenzauer jagt Kofler: Ein 'Phänomen'
greift nach Sieg bei Vierschanzen-Torunee

Schlierenzauer: "Einer meiner schönsten Tage" Doch Andreas Kofler "geht jetzt aufs Ganze"

Schlierenzauer jagt Kofler: Ein 'Phänomen'
greift nach Sieg bei Vierschanzen-Torunee © Bild: APA

Dieser Gregor Schlierenzauer ist ein "Phänomen". Mit nur 19 Jahren hat er schon fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Nun könnte er am Tag vor seinem 20. Geburtstag zu einem der jüngsten Sieger der Vierschanzen-Tournee werden. Doch da haben einige seiner Teamkollegen etwas dagegen, allen voran Tournee-Leader Andreas Kofler, der sich keinesfalls nur mit einem Top-3-Rang in der Endwertung zufriedengeben möchte, und der Gesamt-Dritte Wolfgang Loitzl. Natürlich aber auch die von Janne Ahonen und Simon Ammann angeführte internationale Konkurrenz.

Doch auch der zweite Tournee-Tag im Jahr 2010 gehörte eigentlich dem Sondertalent aus dem österreichischen Skisprung-Lager. Schlierenzauer interessierte die Zahl 28 vor seinem neuerlichen Weltcupsieg wohl weniger als endlich der erste Heimsieg auf seiner Schanze.

"Gefühle sind immer sehr schwer zu beschreiben. Vor dem zweiten Durchgang habe ich auf dem Balken Gänsehaut gehabt und es wirklich genossen", fand der nunmehr vierfache Saisonsieger dann doch Worte. "Es ist ein irrsinnig tolles Gefühl auf einer Heimschanze vor heimischen Publikum zu gewinnen. Gänsehaut, Emotionen und dann die Hymne vor 20.000 Leuten im Stadion zu hören. Es war einer meiner schönsten Tage." Nach seinem insgesamt schon fünften Tournee-Tagessieg, aber dem ersten, ihm noch fehlenden in Innsbruck hat der Skiflug-Weltmeister 2008 nun Lust auf mehr.

Überstanden ist die Magengrippe zu Tourneebeginn. "Nach Oberstdorf ist es mir nicht so gut gegangen. Garmisch war irgendwo der Knackpunkt, zu wissen, dass man auch ganz oben stehen kann, auch wenn man gesundheitlich nicht topfit ist. Und heute war noch einmal die Draufgabe vor heimischen Publikum, mit mehr Druck eine tolle Leistung abzurufen."

"Sehr stolz auf mich"
Den 28. Weltcupsieg kann er "fast selbst nicht glauben. Es ist natürlich gewaltig, wenn man mit einem Martin Schmitt gleichzieht. Da bin ich schon sehr stolz auf mich. Das zeigt, dass ich von klein auf perfekt betreut worden bin und gut gearbeitet habe", so Schlierenzauer.

Doch neben ihm saß Sonntagnachmittag auch Andreas Kofler. Und dieser will sich, trotz der zwei Jahre in der zweiten und dritten sportlichen Reihe, nun nicht mit einem zweiten oder dritten Tourneeplatz zufriedengeben. "Ich habe einen lässigen Polster. Ich freue mich auf Bischofshofen, habe mich dort bis jetzt immer sehr wohl gefühlt."

Kofler findet, dass der größte Druck jetzt weg sei. "Na ja, ich geh natürlich schon aufs Ganze. Es wäre, glaube ich komisch, wenn ich es nicht erreichen möchte", versprach Kofler vollen Angriff für das Abschluss-Springen am 6. Jänner auf der Paul-Außerleitner-Schanze von Bischofshofen.

(apa/red)