Schlierenzauer wieder Klasse für sich:
Feiert in Engelberg seinen 26. Weltcupsieg

Nur einen Punkt vor dem Schweizer Ammann ÖSV-Adler damit wieder Leader im Gesamtweltcup

Schlierenzauer wieder Klasse für sich:
Feiert in Engelberg seinen 26. Weltcupsieg

Gregor Schlierenzauer hat in Engelberg einen weiteren Meilenstein im österreichischen Skisprung-Sport gesetzt. Der immer noch 19-jährige Tiroler feierte mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Schweizer Simon Ammann seinen insgesamt 26. Weltcup-Sieg und überholte damit in der "ewigen" Bestenliste Andreas Felder (25 Erfolge). Schlierenzauer führte ein sensationelles ÖSV-Team an, das durch Andreas Kofler (3.), Wolfgang Loitzl (4.), Martin Koch (7.) und Thomas Morgenstern (8.) 5 Athleten in die Top 8 brachte.

Die Generalprobe für die am 28. Dezember beginnende Vierschanzen-Tournee in Engelberg verläuft für Österreichs "Superadler" weiter ausgezeichnet. Nachdem Lokalmatador Ammann im ersten von drei Springen noch einen dreifachen Triumph der ÖSV-Equipe hatte verhindern können, schlug Schlierenzauer am Samstag zurück. Mit 137 und 130 Metern fing er den nach dem ersten Durchgang nur um 0,8 Zähler führenden Ammann noch ab. Am Vortag hatte sich der Eidgenosse noch mit 2,2 Zählern Vorsprung durchgesetzt.

Schlierenzauer war nach seinem zweiten Saisonsieg freilich überglücklich. "Es ist brutal unrealistisch", meinte er im Hinblick auf seinen Rekord. "Eine Genugtuung für die harten Jahre des Trainings. Der Rekord ist eine sehr schöne Nebenerscheinung. Ich möchte mich bedanken bei denen, die mich so toll unterstützt haben", betonte Österreichs Top-Star.

Pointner höchst erfreut
Für Erfolgstrainer Alexander Pointner war es freilich ein Freudentag. "Ich muss dem ganzen Team gratulieren. Alle, die da unter die Acht gekommen sind, das ist schon etwas ganz Besonderes", bekräftigte der Chef-Coach. Bei genauerer Betrachtung könne man sogar auf sehr hohem Niveau jammern. "Es waren bei Schlierenzauer, Kofler und Loitzl immer noch Sprünge dabei, die nicht zu ihren besten gehören, und trotzdem eine so tolle Leistung. Das gibt natürlich unheimlich viel Sicherheit für die Zukunft", meinte Pointner wohl auch schon im Hinblick auf den bevorstehenden ersten Saison-Höhepunkt Tournee.

"Wir möchten wirklich nicht überheblich wirken, aber ich habe das Gefühl, dass unsere Gegner eher schon am letzten Zahnrad alle Ressourcen ausschöpfen und fast fehlerfrei Skispringen müssen, und ich sehe bei unseren Athleten noch ein Potenzial nach oben. Das ist sehr beruhigend", sagte Pointner, den auch die Rückkehr von Andreas Kofler auf das Siegespodest sehr freute. Es sei für ihn nur eine Frage der Zeit gewesen. "Er hat von Sprung zu Sprung mehr Sicherheit entwickelt."

Kofler selbst strahlte ebenso wie Schlierenzauer. "Es ist wirklich lange her. Deswegen bedeutet es mir brutal viel. Es tut gut für die Seele, ich habe aber schon noch Reserven", kündigte der Olympia-Silberne von 2006 und Mannschafts-Olympiasieger weiteren Erfolgshunger an.

Schlierenzauer striff sich damit wieder das Gelbe Trikot des Gesamt-Leaders über, er führt 18 Punkte vor Ammann.

Endstand
1. Gregor Schlierenzauer AUT 265,6 (137,0/130,0)
2. Simon Ammann SUI 264,6 (138,0/129,0)
3. Andreas Kofler AUT 250,5 (132,0/128,0)
4. Wolfgang Loitzl AUT 248,7 (128,0/131,0)
5. Daiki Ito JPN 239,8 (125,0/131,0)
6. Björn Einar Romören NOR 239,0 (129,0/126,0)
7. Martin Koch AUT 237,9 (125,5/130,0)
8. Thomas Morgenstern AUT 217,7 (121,0/123,0)
. Tom Hilde NOR 217,7 (123,5/120,5)
10. Martin Schmitt GER 215,7 (117,5/126,5)
11. Pascal Bodmer GER 214,0 (124,0/118,5)
12. Dmitrij Wassilijew RUS 213,8 (123,5/120,0)
13. Janne Ahonen FIN 213,5 (121,0/121,5)
14. Emmanuel Chedal FRA 213,0 (122,5/120,0)
15. Noriaki Kasai JPN 212,7 (118,0/123,5)
16. Sebastian Colloredo ITA 212,5 (121,0/121,5)
17. Kamil Stoch POL 210,2 (120,5/121,0)
18. Anders Jacobsen NOR 209,9 (119,5/121,0)
19. Martin Cikl CZE 209,7 (120,5/121,0)
20. Andreas Wank GER 208,4 (117,5/123,0)
20. Roar Ljökelsöy NOR 208,4 (121,0/119,5)
22. Johan Remen Evensen NOR 206,2 (116,5/122,5)
23. Adam Malysz POL 206,1 (122,0/117,5)
24. Michael Uhrmann GER 200,7 (115,0/121,5)
24. Shohhei Tochimoto JPN 200,7 (119,0/117,5)
26. Peter Prevc SLO 196,2 (117,5/116,5)
27. Harri Olli FIN 196,1 (118,0/119,0)
28. Ilja Rosljakow RUS 194,4 (116,5/116,5)
29. Mitja Meznar SLO 192,0 (118,5/114,0)
30. Lukas Hlava CZE 190,8 (115,5/115,5)


Gesamtweltcup
1. Gregor Schlierenzauer AUT 342
2. Simon Ammann SUI 324
3. Andreas Kofler AUT 226
4. Björn Einar Romören NOR 199
5. Thomas Morgenstern AUT 193
6. Pascal Bodmer GER 173
7. Harri Olli FIN 170
8. Wolfgang Loitzl AUT 169
9. Emmanuel Chedal FRA 143
10. Adam Malysz POL 122
11. Daiki Ito JPN 114
12. Michael Uhrmann GER 109
13. Kamil Stoch POL 94
14. Martin Koch AUT 84
15. Dmitrij Wassilijew RUS 75
weiter:
36. Manuel Fettner AUT 15


(apa/red)