Schlepperbande nun ausgeforscht: Brachte 2.000 Migranten über Österreich nach Italien

Burgenland & Wien dienten als Durchgangsstationen "Transporteure" verdienten 50.000 Euro pro Monat

Eine achtköpfige multinationale Schlepperbande hat laut Polizei bis zu 2.000 Migranten aus Moldawien nach Italien gebracht. Wohnsitze in Wien und im Burgenland dienten neben grenznahen Ortschaften in Ungarn als Durchgangsstationen für die Geschleppten. Dabei handelte es sich überwiegend um Frauen aus Moldawien, die im Zielland "schwarz" als Pflegerinnen oder Dienstmädchen arbeiten wollten.

Zu den Köpfen der Organisation dürfte ein Brüderpaar (36 und 47) gezählt haben, auch der Sohn des Älteren (24) sei mit von der Partie gewesen, erläuterte ein Beamter des Fremdenreferats der Wiener Kriminaldirektion 1. Weiters gehörten u.a. ein Österreicher und seine Ehefrau, eine Ungarin und eine Moldawierin zu den Schleppern.

Die Verdächtigen sollen 14 Monate lang mit zwei Fahrzeugen mehrmals wöchentlich Migranten über die Grenzen gebracht haben. Pro Schleppung wurden 3.800 bis 4.500 Euro verlangt. Für solche Beträge mussten die Geschleppten nach der Ankunft in Italien in "schwarzen" Niedriglohnjobs monatelang arbeiten.

"Transporteure" verdienten rund 50.000 Euro pro Monat
Die Route führte von Moldawien mit dem Flugzeug nach Ungarn. Von dort ging es in den Kofferräumen von großen Geländefahrzeugen über die ungarisch-österreichische Grenze entweder direkt nach Italien, oder es wurde Zwischenstation in Wien oder im Burgenland gemacht. In manchen Monaten verdienten die "Transporteure" rund 50.000 Euro, sagte ein Ermittler.

Insgesamt wurden sieben Verdächtige ausfindig gemacht, sechs sitzen mittlerweile in Eisenstadt in Untersuchungshaft. Nach einer Komplizin wird gefahndet. "Möglich wurde die Zerschlagung der Bande durch die Kooperation mit dem Bundeskriminalamt sowie den ungarischen Polizei- und Justizbehörden", betonte ein KD1-Sprecher. In Ungarn wurden drei der sechs Verhaftungen durchgeführt. (apa/red)