Schlepper-Bilanz: 2005 fast 40.000 illegal in
Österreich aufhältige Menschen aufgegriffen

Anstieg bei den Opfern, Schlepper gehen zurück Am häufigsten wurden Rumänen aufgegriffen

2005 haben die Behörden 39.485 Menschen aufgegriffen, die sich illegal in Österreich aufhielten. Das waren um 2,18 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Verhältnis von geschleppten (20.807) zu illegal eingereisten (17.982) Personen hat sich im Vergleich zu vergangenen Jahren praktisch umgekehrt.

Der von Innenministerin Prokop in Wien präsentierte Bericht zur Schlepperkriminalität führt den deutlichen Anstieg der mit bezahlter Hilfe gekommenen Migranten darauf zurück, dass organisierte Banden verstärkt im Einsatz seien. 696 Schlepper wurden festgenommen.

Bei der Gesamtzahl der Aufgriffe handle es sich "um den seit 1999 zweitniedrigsten Wert", sagte der Leiter des Bundeskriminalamts, Herwig Haidinger. Dass gegenüber 2004 weniger Menschen auf eigene Faust rechtswidrig eingereist sind (minus 18,4 Prozent), aber mehr geschleppt wurden (plus 33 Prozent), führt er darauf zurück, dass "Schlepperkriminalität ungebrochen eine sehr lukrative Form der organisierten Kriminalität" sei.

Die Zahl der geschnappten Menschenhändler ging um fast 28 Prozent zurück. Die Anzahl der einzelnen Fälle von Schlepperei, rechtswidrigem Grenzübertritt und unerlaubtem Aufenthalt sank um 2,82 Prozent. Am häufigsten wurden Rumänen aufgegriffen (insgesamt 12.357, davon nur 157 Geschleppte). Nach den Serben folgen an dritter und vierter Stelle die Russische Föderation (3.807) und Bulgarien (1.984).

Die meisten geschleppten Migranten wurden in Bruck a.d. Leitha aufgegriffen, gefolgt von Neusiedl am See und Gänserndorf. Die meisten rechtswidrig eingereisten oder aufhältigen Menschen werden ebenfalls im Bezirk Neusiedl am See gefasst. Häufig handelt es sich um in ihre Heimat Rumänien und Bulgarien zurückreisende Schwarzarbeiter.

(apa)