Schlecker von

Schicksalstag in Berlin

Tausende Mitarbeiter in Deutschland und Österreich müssen um ihren Job bangen.

Schlecker - Schicksalstag in Berlin © Bild: APA/EPA/Berg

Heute kommt der Schlecker-Gläubigerausschuss in Berlin zusammen, um über das Schicksal der insolventen Drogeriekette zu entscheiden. Die Zukunft für die mehr als 14.300 verbliebenen Mitarbeiter in Deutschland hatte sich zuletzt immer mehr verdüstert, weil bisher kein Investor für eine Übernahme des Unternehmens offiziell ein detailliertes Angebot präsentiert hatte. Auch in Österreich sind tausende Mitarbeiter von einem Jobverlust bedroht.

Zuletzt hieß es, dass "harte Verhandlungen" zwischen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und zwei verbliebenen Investoren liefen - darunter Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen. Sie hatten eine letzte Galgenfrist von einer Woche bekommen, ihre Angebote nachzubessern. Die Frist läuft morgen ab.

Auch in Österreich müssen etwa 3.000 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Wird morgen kein Gesamtinvestor präsentiert und stattdessen der Betrieb in Deutschland eingestellt, würde auch die Österreich-Tochter mit ihren rund 930 Filialen in die Insolvenzmasse fallen. Laut Schlecker-Österreich-Anwalt Klaus Ferdinand Lughofer gibt es Gespräche mit Investoren, die in der Branche aber bezweifelt werden. Aus der Handelswelt scheint niemand Interesse an dem Unternehmen zu haben. Am ehesten dürfte ein Käufer das Unternehmen filetieren und verwerten, wird erwartet. Dieser dürfte aber nicht aus Österreich kommen.

Starke Zweifel an "Stand-Alone"-Modell für Österreich
Dass Österreich alleine überleben kann ("Stand-alone"), wie Management und Firmenanwalt stets betonen, wird von Insolvenzexperten stark in Frage gestellt. Zu groß sei die Abhängigkeit von Deutschland. Die entscheidende Frage sei, wie Österreich ohne Deutschland an Waren kommt. Abgesehen davon müssten IT und Lagerverwaltung, die derzeit über Deutschland laufen, selbst aufgestellt werden.

Rein rechtlich ist Schlecker-Österreich ein eigenständiges Unternehmen und derzeit nicht in Insolvenz. Um Zeit zu gewinnen und den Betrieb aufrecht zu erhalten, könnte Schlecker in Österreich separat in Insolvenz gehen. Wann das passieren könnte, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander. Bei der Österreich-Pressekonferenz im Februar wurde noch betont, man werde wie in den vergangenen Jahren auch heuer wieder schwarze Zahlen schreiben. In den vergangenen Monaten soll sich Branchenkennern zufolge aber ein zweistelliger Millionenverlust angehäuft haben - bei einem Umsatz von zuletzt 300 Mio. Euro.

Kommentare

wen wunderts bei schlecker war ich nur 1 einziges mal, es war überteuert -im vergleich zu anderen drogeriemärkten, das personal unfreundlich und nicht gerade fleissig-ein verlust? naja für mich nicht

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