Schlecker von

Auch Österreich vor der Pleite

Noch immer kein Investor für ca. 930 Filialen gefunden - Schlecker dementiert

Schlecker - Auch Österreich vor der Pleite © Bild: APA/DPA/Berg

Schlecker droht nach Deutschland auch in Österreich die Pleite. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat bisher keinen strategischen Investor für die etwa 930 Filialen gefunden, berichtet das "manager magazin" online unter Berufung auf mit dem Verfahren vertraute Personen. Laut Österreich-Firmenanwalt Klaus-Ferdinand Lughofer hat Geiwitz bis Ende vergangener Woche Sondierungsgespräche mit Interessenten geführt. Vor diesem Hintergrund könne er sich die Meldung nicht erklären, sagte er.

Laut "manager magazin" verbleibt als letzter Interessent ein Finanzinvestor, der allenfalls einen Teil der österreichischen Standorte übernehmen würde. Vergangene Woche bekundete der oberösterreichische Sanierer Anton Stumpf sein Interesse an der Drogeriekette. Auch die MTH-Gruppe des Industriellen Josef Taus hat ein Auge auf Schlecker geworfen. Lughofer zufolge gibt es abgesehen von den beiden noch andere Interessenten.

Schlecker dementiert
Schlecker-Involvenzverwalter Arndt Geiwitz hat über seinen Sprecher Alexander Güttler dementieren lassen, dass die Drogeriekette wie in Deutschland nun auch in Österreich kurz vor der Pleite steht. "Das können wir aktuell so nicht bestätigen. Es gibt erste Vorsondierungen mit Interessenten", sagte Güttler zur APA.

Die deutsche Konzernmutter sowie die Schlecker-Tochter "Ihr Platz" schulden Schlecker-Österreich zumindest 169 Mio. Euro. Diese Zahl wurde in der Bilanz 2010 ausgewiesen und könnte inzwischen noch höher sein. Das "manager magazin" meldete außerdem, dass nicht nur Österreich, sondern auch die Spanien-Tochter gefährdet sei.

Kommentare

Oliver-Berg

Schlecker... Ein Ende mit Schrecken... Zu glauben, dass wenn man mehr als 169 Mio EUR an Forderungen an die Schlecker Mutter in Deutschland hat, die man abschreiben muss, dann wirtschaftlich ohne Auswirkungen vom Konkurs der Mutter in Deutschland weiterhin in Österreich agieren zu können, zeugt nur davon, dass der Firmensprecher, die Geschäftsführung und der Anwalt mehr als naive Leute sind.

Wer den Konkurs in Deutschland abwickelt muss letztlich als Konkursverwalter die höchste Quote erzielen und das geht nur wenn man die noch profitablen Tochtergesellschaften verkauft. Aufgrund der Konzentration im Handel in Österreich kann weder ein DM noch ein BIPA die Schlecker-Drogeriekette kaufen. Und ein Fonds, der aus Sanierungen spezialisiert ist, kann zwar kaufen, hat aber kein Exit-Szenario. Mir tun alle Angestellten leid.

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