Schlechtes Jahr für heimische Hotellerie:
Heuriges Ergebnis schlechter als im Vorjahr

Energiekosten für Hotels seit 2005 fast verdoppelt Von Jänner bis Mai Nächtigungsplus von 7 Prozent

Schlechtes Jahr für heimische Hotellerie:
Heuriges Ergebnis schlechter als im Vorjahr

Das heurige Jahr werde vom Ergebnis her schlechter ausfallen als 2007. Wäre die heimische Hotellerie eine börsennotierte Aktiengesellschaft, müsste man eine "Gewinnwarnung" aussprechen, teilte Fachverbands-Obmann Ennemoser mit. Die starke Verteuerung der Energiekosten sei in dem Ausmaß nicht vorhersehbar gewesen, so Ennemoser. Die Preise für 2009 seien bereits festgelegt worden.

Es werde schwer sein, die dramatisch gestiegenen Kosten abzufangen - für ein durchschnittliches Vier-Sterne-Hotel kletterten die Energiekosten von 77.600 (2005) auf 143.700 (2008) Euro, die Kapitalkosten (Zinsen) erhöhten sich im gleichen Zeitraum von 57.300 auf 102.036 Euro.

Auch wenn es verlockend wäre, werde man keinen "Kerosinzuschlag" einheben, doch müsste jeder Hotelier (bei einem Übernachtungspreis von 85 Euro) rund 2,50 Euro aufschlagen, um die Kostensteigerungen aufzufangen, rechnete Ennemoser vor. Ein Rettungsanker sei die Verbesserung der Energieeffizienz und damit der Energiebilanz.

57,38 Millionen Nächtigungen im ersten Halbjahr
Die österreichischen Beherbergungsbetriebe haben von Jänner bis Mai ein Nächtigungsplus von 7 Prozent verzeichnet. Die Zahl der Übernachtungen erreichte in den ersten fünf Monaten mehr als 57,38 Millionen. Für die laufende Sommersaison rechnen die Tourismusexperten mit einem Nächtigungsplus zwischen 3 und 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, teilte die Wirtschaftskammer mit.

Im Mai alleine hätte es ein Nächtigungsplus von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gegeben. Von den 7,1 Mio. Nächtigungen entfielen dabei 2,6 Millionen auf die Deutschen. Teilweise seien die guten Mai-Ergebnisse auf eine Verschiebung von klassischen Urlaubsreisen von Juni auf Mai aufgrund der Fußball-EM. Im Juni wurde trotz Fußball-EM kein Nächtigungsplus verzeichnet. "Wir rechnen mit Minus bis 0", sagte Matthias Koch vom Fachverband Hotellerie im Gespräch mit der APA. Der vergangene Monat werde als "touristische Investition in die Zukunft" gesehen.

(apa/red)